[07.08.2004] Chinas moderne Geschichte- eine Geschichte der Verfolgungen
Die erste große Verfolgung - die Hundert-Blumen-Kampagne
Hatte man sich, dem Vorbild der Sowjetunion folgend, stark auf den Aufbau der Schwerindustrie konzentriert, wurde die Förderung von Leichtindustrie und Landwirtschaft vernachlässigt. Eine mäßige Wirtschaftsbilanz 1957 resultierte in Arbeitslosigkeit und Streiks, die dem Ansehen Maos und seiner Autorität erstmals ernsthaft schadete.
Er ergriff selbst die Initiative und rief zur Kritik an der Partei im Zuge der Hundert-Blumen-Kampagne (1957) auf. Jedoch fiel die Kritik weit schärfer aus, als erwartet. Es erhoben sich sogar Stimmen, die die kommunistische Regierung vollständig in Frage stellten.
Diese Politik der Liberalisierung wurde augenblicklich gestoppt. Man brandmarkte die Kritiker als Rechtsabweichler und wies die Intellektuellen in Umerziehungslager.
( Die in der Volksrepublik China Laogai (reform through labor, deutsch: Umerziehungslager ) genannten Gefangenenlager wurden auch als Konzentrationslager verstanden. Nach der Machtergreifung der Kommunistischen Partei eingerichtet, werden dort Regimekritiker (und außerdem, um Quoten zu füllen, auch Unbeteiligte) interniert. Die Lager sind fabrikmäßig organisierte Produktionsstätten. In den 70er Jahre wurden unter Deng Xiaopings Reform viele der politischen Gefangenen freigelassen.
Nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz von 1989, und die damit verbundene Machtübernahme von Jiang Zemin, wurden, und werden in der Volksrepublik Millionen von Dissidenten in Arbeitslagern gefangen gehalten. Darunter befinden sich von der Partei verfolgte Gruppen wie Tibeter, Christen, Demokraten, Falun Gong Übende, Qigong Schulen, Menschenrechtler, Uiguren, Gewerkschaftler und viele mehr.
Die jährliche Produktionskraft der chinesischen Arbeitslager ist so hoch wie die Produktionkraft eines durchschnittlichen europäischen Landes, wie Spanien oder Frankreich.
In chinesischen Propaganda-Filmen werden die Arbeitslager als harmlos hingestellt, und Beweise von Misshandlungen und Folter werden von der chinesischen Regierung geleugnet. )
Man kann heute nicht mit Sicherheit sagen, welche Ziele Mao mit der Hundert-Blumen-Kampagne tatsächlich verfolgte. Es besteht die Möglichkeit, dass er von vornherein vorsah, Kritiker der Partei aufzuspüren, um gegen sie vorzugehen.
Die Kulturrevolution
In den sechziger Jahren wurden die inneren Verhältnisse vor allem von der Großen Proletarische Kulturrevolution bestimmt
Man führt diese Bewegung letztlich auf den persönlichen Machtwillen Maos und seine kommunistischen Visionen zurück. Der "Große Vorsitzende und Steuermann" versuchte, die Massen gegen die Parteibürokratie aufzuhetzen. Er zielte vor allem darauf, Jugendliche, Schüler und Studenten für diese Bewegung zu gewinnen. Zu einem Aufstand bewogen, wandten sie sich gegen Kritiker Maos innerhalb der Partei, wie Liu Shaoqi und Deng Xiaoping, und zerschlugen die Parteiführung. In einigen Gebieten zerfiel der Parteiapparat vollständig, wie zum Beispiel in Peking und Shanghai.
Ab 1967 herrschten in China Anarchie und Gewalt. Die Auswirkungen der Kulturrevolution hatten sich als drastischer und vollständiger herausgestellt, als man es vorausgesehen hatte. Bürgerkriegsähnliche Zustände zwangen Mao schließlich zum Eingreifen und er beauftragte die Rote Armee mit der Wiederherstellung der Ordnung.
Dieses Unterfangen gestaltete sich zwangsläufig mühselig und schwierig, denn die Kulturrevolution hatte ehemals bestehende Gleichgewichte von Grund auf zerstört und die einst etablierten Institutionen nachhaltig zerschlagen.
Die Kulturrevolution dauerte in ihren Auswirkungen noch bis zu Maos Tod 1976, obwohl sie bereits 1969 offiziell für beendet erklärt worden war. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von unterschiedlichen, selten ausgeprägten oder dauerhaften, politischen Konzeptionen und häufigen Richtungswechseln. Jedoch wurden in diesem Umfeld politischer Orientierungslosigkeit Verwaltung und Partei schrittweise im Hintergrund wieder aufgebaut.
Das Ende der Ära Maos begann mit dem Sturz und Ermordung Lin Biaos (1971), eines seiner ehemaligen Weggefährten. Eine durch unentwegte Kampagnen ideologisch zerrüttete Gesellschaft und eine nur langsam sich erholende Wirtschaft sind seine hauptsächliche Hinterlassenschaft.
Verfolgung der Christen
Wenn Pastoren oder Mitglieder von Hausgemeinden sich weigern, registriert zu werden und der Drei-Selbst-Kirchen anzuschließen, werden sie unter Druck gesetzt und bestraft. Die Verfolgung beginnt mit Geldbußen und Beschlagnahmung von Bibeln sowie der Zerstörung von Versammlungsgebäuden. Christen, Männer wie Frauen, die dann nicht aufhören zu predigen, zu evangelisieren und Bibeln und Literatur zu verbreiten, werden verhört, inhaftiert, geschlagen, gefoltert, in Arbeitslager gesteckt und manchmal sogar ermordet. Ein chinesischer Christ sagte: „Ein Hausgemeindechrist, der Bibeln illegal verbreitet, legt sein Leben in die Hände der anderen im Netzwerk. Du mußt dich darauf verlassen können, daß deine Geschwister, wenn sie gefoltert oder verhört werden, deinen Namen der Polizei nicht preisgeben.
Tiananmenmassaker
4. Juni 1989: Auf dem Tian`anmen-Platz fand unmittelbar nach dem Tod des Reformpolitikers Hu Yaobang am 15. April 1989 eine große Massendemonstration für mehr Menschenrechte und Demokratie in der Volksrepublik China statt. Studenten richteten 12 Forderungen an die chinesische Regierung, welche diese jedoch rundheraus ablehnte. Die Demonstrationen zogen sich über Wochen hin und nahmen bald den Charakter eines Volksfestes an. Mehrere Studenten auf dem Platz verfielen in einen Hungerstreik, was die Regierung allerdings nicht im mindesten beeindruckte. Am 20. Mai verhängte die chinesische Führung unter Ministerpräsident Li Peng das Kriegsrecht über die Stadt Peking, und das Militär wurde in der Nähe der Hauptstadt zusammengezogen. In der Nacht zum 4. Juni 1989 schließlich wurden die Demonstrationen gewaltsam beendet, indem die Volksbefreiungsarmee mit Panzern anrückte und ein Blutbad auf dem großen Platz anrichtete. Die exakte Zahl der Todesopfer und Verletzten auf dem Tian`anmen-Platz in jener Nacht ist unbekannt, westliche Schätzungen gehen von circa 3000 Toten und zwischen 7000 und 10000 Verletzten aus.
Verfolgung von Falun Gong
Die allumfassendste und politisch sinnloseste und ökonomisch teuerste ist nun die Verfolgung von Falun Gong.
|
 |
Weitere Artikel zu diesem Thema
|