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[03.08.2006]
Wie die chinesische Regierung mit der Bezeichnung Sekte die Verfolgung legitimiert


Seit Beginn der Verfolgung wurden gezielt Gerüchte in China verbreitet, nach denen Falun Gong eine gefährliche Psycho-Sekte sei, deren suizidgefährdete Anhänger in den Arbeitslagern „umerzogen“ werden müssten.

Laut Duden bezeichnet das deutsche Wort „Sekte“ lediglich eine Gruppe von Menschen, die einen gemeinsamen Glauben haben, der jenseits der fünf Weltreligionen angesiedelt ist. Das chinesische Wort für Sekte hingegen bedeutet in seiner Übersetzung viel mehr "häretische/böse Religion". Die Kommunistische Partei Chinas benutzt die Terminologie, um Hass gegen Falun Gong zu schüren.

Zitat von „International Education Development” in der Unterkommission der Vereinten Nationen zur Förderung und Schutz der Menschenrechte:

„In unserem Kommentar unter Punkt 3 haben wir das Ausüben von Falun Gong so beschrieben, wie wir es beobachtet haben. Die Regierung nahm von ihrem Recht zu antworten Gebrauch und versuchte ihren Staatsterrorismus gegen die Gruppe zu rechtfertigen, indem sie sagte, es sei eine ‚böse Sekte’, die Menschen umbringen würde und Familien auseinander reiße. In unserer Untersuchung geschahen die einzigen Todesfälle auf Anweisung der chinesischen Behörden; Familien wurden auseinander gerissen, weil Familienmitglieder von dem Regime ermordet wurden. Menschen brachen geistig zusammen, nicht durch Falun Gong, sondern durch extreme Folter, Internierung in Nervenheilanstalten mit brutalen Behandlungen, harter Arbeit in Arbeitslagern und weiteren derartigen Methoden. Wie im ‚International Herald Tribune’ am 6. August 2001 berichtet wurde, gibt das Regime zu, dass es offiziell Gewalt duldet, wenn es darum geht, Falun Gong auszulöschen. Um zu beweisen, dass Falun Gong eine ‚böse Sekte’ ist, verweist die Regierung auf eine angebliche Selbstverbrennung auf dem Tiananmen Platz am 23. Januar 2001. Wir haben allerdings ein Video des Vorfalls erhalten können, das nach unserer Meinung beweist, dass der Vorfall von der Regierung inszeniert worden ist. Wir haben das Video vervielfältigt und können es verteilen. In seinem aktuellsten Bericht (U.N. Doc. E/CN.4/2001/66) bestätigte der Sonderausschuss der Unterkommission zehntausende Fälle von verhafteten und gefolterten Praktizierenden. (Paras. 246-290). Die Sonderausschüsse der Kommission über Gewalt gegen Frauen und außergerichtliche Exekutionen bestätigen ebenfalls diese Fälle und sprechen von ähnlich hohen Zahlen. (E/CN.4/2001/73/Add.1, par. 19; E/CN.4/2001/[ ]). Wir sind dabei, Beweise zusammenzustellen, die darauf hindeuten, dass mindestens 50.000 Falun Gong-Praktizierende in Gefängnissen, Arbeitslagern oder Psychiatrien festgehalten werden. Tausende davon wurden geschlagen und viele zu Tode gefoltert. Hunderttausende (vielleicht sogar Millionen) werden ernsthaft bedroht. Weder die Einrichtungen der U.N. kommen mit einer derartigen Masse von bestätigten Fällen zurecht, noch kommt die internationale Gemeinschaft mit den wahrscheinlich Millionen bevorstehenden Flüchtlingen zurecht -- obwohl sie mit Sicherheit alle deutlich den Kriterien einer Asylgenehmigung entsprächen. Deshalb sollte die internationale Gemeinschaft als ganzes und besonders die Unterkommission diesen Fall von Staatsterrorismus als ein Thema von extremer Dringlichkeit behandeln.“

(Der gesamte Text ist in den offiziellen Aufzeichnungen der UN zu finden. 53. Sitzung Abschnitt 6 der Tagesordnung)

Die Statistiken in dem Zitat stammen alle aus dem Jahr 2001 und sind daher nicht mehr aktuell.
Viele Leute fragen uns, warum die Verfolgung weitergeht und warum sie von so vielen Menschen ignoriert wird. Da es nun einmal plausibel zu klingen scheint, wenn jemand sagt, dass es sich bei einer Gruppe mit Glaubensinhalten, die einen fremd sind, um gefährliche Verrückte oder um eine Sekte handelt, wird es von vielen weitergegeben, ohne dass sie diese Behauptungen durch eigene Beobachtung stützen könnten.

Egal woher Sie gehört haben Falun Gong sei eine Sekte, Sie werden keinerlei derartige Berichte von vor 1999 (dem Beginn der Verfolgung finden). Wir wollen damit nicht sagen, dass die Gerüchte über Falun Gong von der KPCh absichtlich in die Welt gesetzt wurden, um die Verfolgung zu rechtfertigen. Nur ist es so, nachdem man von Dritten gehört hat, dass Falun Gong eine gefährliche oder zumindest fragwürdige Sekte sei, bewirkt es bei vielen Menschen, dass sie:
  • es nicht mehr für nötig halten, sich ihre eigene, unabhängige Meinung über Falun Gong zu bilden

  • sie die Verfolgung ignorieren



       

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