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[03.12.2006]
Stellungnahme zu Ingo Heinemanns Webseite gegen Falun Gong


Es gibt auch im deutschsprachigen Raum eine enorme Anzahl von Webseiten und Zeitungsberichten, in denen Falun Gong-Lernende als geisteskranke Sektenanhänger dargestellt werden.  Allerdings hat KEINER der Autoren eigene Beobachtungen über Falun Gong gemacht, sondern es wurden lediglich die am glaubwürdigsten klingenden Teile der KPC Propaganda übernommen. Viele andere gaben dies ebenfalls weiter - ebenfalls ohne Falun Gong je kenen gelernt zu haben - weil sie davon ausgingen, dass es schon stimmen wird, wenn es von so vielen Ecken wiederholt wird.

"Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen."  -Albert Einstein

Da Einstein jüdischen Glaubens war veröffentlichten die Nazis ein Buch mit dem Titel "100 Wissenschaftler gegen Einstein", worin Einsteins Theorien als jüdische Propapaganda zerrissen wurden. Einstein sagte dazu: "Wenn ich wirklich Unrecht gehabt hätte, hätte ein Wissenschaftler genügt." Ich denke, Einstein hat recht. Bloß weil eine Anschuldigung von einer großen Masse von Menschen wiederholt wird, wird sie dadurch nicht wahrer, obgleich sie dann wohl so erscheinen mag.

Eine Anschuldigung sollte als glaubhaft übernommen werden, wenn sie auf stichhaltigen Beweisen basiert. Der gesellschaftliche Status oder die Anzahl der Personen, welche die Anschuldigungen hervorbringen, können kaum ein Ersatz für diese Beweise sein. 
 
Seit dem Beginn der Verfolgung von Falun Gong wurden viele deutsche Falun Gong-Praktizierende durch Beamte der chinesischen Botschaft überwacht. Bei Jiang Zemins Staatsbesuchen wurden jedes Mal dutzende Menschen verhaftet -  lediglich weil sie die Übungen machten, oder sonst irgendwie als Falun Gong-Praktizierende erkennbar waren. Auch erhielten wir fast alle Drohbriefe, Computerviren oder Telefonanrufe , in denen Falun Gong verleumdet wurde.  Auch wissen die Beamten der chinesischen Botschaft genau, wie viele chinesische Falun Gong-Praktizierende es in Deutschland gibt und wer sie sind. Wenn jemand von uns z.B. bei der Botschaft ein Visum oder eine Passverlängerung beantragt hat, so wurde dies jedes Mal ohne Nennung von Gründen abgelehnt. 

Obgleich all diese Dinge in Deutschland geschahen gingen sie von der chinesischen Botschaft, oder zumindest von Chinesen, aus.

Es gibt allerdings auch eine Vielzahl von Beispielen, in dem Deutsche den Anschuldigungen der KP glauben schenkten, Falun Gong für eine Sekte hielten, und diese Anschuldigungen weitergaben. Manche Falun Gong- Praktizierende verloren deshalb ihren Job. Deutsche Bücher über die Verfolgung von Falun Gong wurden, sobald die Buchhändler das Wort 'Falun Gong' lasen, aus dem Sortiment genommen. Ich selbst wurde lediglich wegen meines Einsatzes gegen die Verfolgung als Sekten-Anhänger oder als geisteskrank hingestellt. Vereine, bei denen ich jahrelang Mitglied war, stießen mich aus als sie merkten, dass ich Falun Gong praktiziere.
Auch der ursprüngliche deutsche Provider einer Vorgängerversion dieser Seite drohte damit, die Seite abzuschalten, wenn nicht der "china-kritische" Inhalt entfernt werden würde.

Unzählige deutsche Zeitungen stellten Falun Gong als Sekte dar und die Anschuldigungen, dass es chinesische "Konzentrationslager" gäbe als "Sektenpropaganda" hin - ohne je eigene Nachforschungen gemacht zu haben.

"The Epoch Times", eine von im Ausland lebenden chinesischen Dissidenten gegründete Wochenzeitung, die in Deutschland in Deutsch und Chinesisch erscheint, bekam an vielen Orten Auslegeverbot, weil bekannt wurde, dass die Zeitung Falun Gong-Praktizierende anstellt. Bis heute hat die Zeitung in vielen Fachkreisen in Deutschland einen schlechten Ruf, und viele Firmen zogen ihre ursprünglich geschalteten Anzeigen in der Zeitung zurück - nicht etwa, weil sie den Inhalt der Zeitung an sich schlecht fanden, sondern allein wegen ihres Rufs, eine "Falun Gong - Zeitung" zu sein und die Firmen Angst hatten, dies könnte ihrem Image schaden.

Selbst VW entließ 10 Angestellte, allein weil sie Falun Gong praktizierten. (http://de.clearharmony.net/articles/200609/33946.html)

All dies konnte nur geschehen, weil  viele Deutsche Falun Gong sofort für eine schädliche Sekte hielten und die Verfolgung ignorierten, einfach nur weil sie von anderen dieses Wort hörten. Kaum einer, der die Anschuldigungen gegen Falun Gong glaubte und weiterverbreitete, hielt es für nötig diese vorher selbst zu überprüfen oder die Menschen, die Falun Gong praktizieren, selbst zu beobachten um herauszufinden, ob sie wirklich die fanatischen Sektenanhänger sind, von denen man sagt, dass sie es seien.

Die bekannteste deutschsprachige Webseite gegen Falun Gong ist die von dem Rechtsanwalt Ingo Heinemann geführte AGPF Seite (http://www.agpf.de/Falun.htm). Auf der Webseite werden Texte von Dritten so wiedergegeben, dass es den Anschein macht, bei Falun Gong handele es sich um eine weltumspannende kapitalistische Psycho-Sekte die zum Ziel hat, die chinesische Regierung anzugreifen. Wobei die Verfolgung als etwas hingestellt wird, das von den Falun Gong Anhängern verbreitet wird, um Sympathie für sich zu erschleichen und so mehr Unwissende unter die geistige und finanzielle Abhängigkeit von Falun Gong zu bringen und schließlich zu Tausenden in den Tod zu reißen. In einem Gespräch mit mir sagte Herr Heineman, das er es für nicht nötig halte, seine eigenen Beobachtungen über Falun Gong zu machen, da er ja nur das wiedergegeben habe, was andere über Falun Gong weitergaben.   

Beruflich habe ich viel mit Lügnern zu tun. Ich habe festgestellt, dass es etwas gibt, woran man eine Lüge sehr leicht als solche erkennen kann. Wenn etwas tatsächlich passiert ist, so existiert ein Bild davon. Vielleicht kein Bild einer Kamera, aber die gedankliche Erinnerung daran ist ebenfalls wie ein physisch existierendes Bild. Diese Erinnerung ist dort physisch vorhanden. Sie mag zwar vielleicht verblassen, aber egal mit welchen Methoden, sie lässt sich nicht ändern und wird immer gleich bleiben. Bei einer Lüge aber gibt es diese Erinnerung nicht. Egal wie man auch suchen mag, das geistige "Bild" wird man nie finden können, da es nicht existent ist. Jemand kann behaupten, er habe dies wirklich gesehen und habe diese Erinnerung in seinem Kopf, aber egal was er auch tut, er hat sie dennoch nicht in seinem Kopf.

Wenn ich etwas wirklich gesehen habe und jemand mir widerspricht und sagt, dass es in Wirklichkeit ganz anders war, so werde ich trotzdem weiterhin das Gleiche sagen. Denn auch wenn andere mir dann vielleicht nicht mehr glauben, so kann ich das, was ich tatsächlich erlebt habe, nicht ändern. Denn bloß weil es vielleicht unwahrscheinlich klingt, heißt es nicht, dass es deshalb nicht passiert sein kann.

Wenn man aber einem Lügner widerspricht, so wird er sehr wahrscheinlich seine Lüge immer so umändern, wie sie gerade glaubhaft klingt. Deshalb mag eine Lüge zwar oft auf den ersten Blick fast noch glaubhafter als die Wahrheit erscheinen, wenn man aber einen Lügner nach den genauen Hintergründen fragt wird er einem ausweichen oder der Frage völlig aus dem Weg gehen, da er sich sonst verzetteln würde, weil er die Hintergründe nicht kennt.

Deshalb:  Bilden Sie sich ihre eigene Meinung über Falun Gong. Schauen Sie sich Falun Gong und die Chinesen, die Falun Gong praktizieren , selbst an und stellen Sie ihnen Fragen. Schauen Sie sich auch die Vorwürfe gegen Falun Gong an. Aber schauen Sie sie genau an. Lesen sie nicht nur das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat, sondern schauen Sie sich auch den Zusammenhang an in dem es ursprünglich stand.

Manuel Hörth

Donnerstag, 29. Juni 2006

PS:
In einem Text, den ich ursprünglich für Wikipedia schrieb, bin ich genauer auf die Vorurteile auf Ingo Heinemanns Seite eingegangen.  Diesen Text finden sie HIER.






       

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