[29.09.2004]
XIONG WEI endlich in Freiheit

Ehemalige chinesische Studentin der Berliner TU zurück in Deutschland


Heute, am 29. September 2004, ist Frau Xiong Wei in Deutschland eingetroffen. Sie musste unrechtmäßig zwei Jahre Haft im Pekinger Frauenarbeitslager in Daxing erdulden. Um ihre Haft zu beenden und ihr die Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen, haben sich die Bundesregierung und viele Freunde, insbesondere die IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte), für sie eingesetzt. Tausende von Unterschriften wurden gesammelt von den jetzt nicht mehr existierende Webseite: „Freunden von Xiong Wei“.

Xiong Wei
Sie war am 05. Januar 2002 beim Verteilen von Informationsmaterial über die Verfolgung von Falun Gong in China von der Pekinger Polizei verhaftet worden. Anschließend wurde für sie ohne Gerichtsverfahren eine zweijährige Haft im Arbeitslager, die sogenannte „Umerziehung durch Arbeit“ angeordnet. (Weiteres

Frau Xiong Wei, 33 Jahre alt, ist eine ehemalige Studentin der TU-Berlin sowie ehemalige Mitarbeiterin der Niederlassung des deutschen Unternehmens Buderus AG in Peking.  

Ihre fristgemäße Entlassung im Januar 2004 war für eine Falun Gong-Praktizierende nicht selbstverständlich und ist der öffentlichen Aufmerksamkeit zu verdanken, den ihr Fall bei der deutschen Bundesregierung, in den Medien und auch international erhielt. Die Sorge, dass sie jederzeit erneut willkürlich verhaftet werden könnte, belastete nach ihrer Entlassung das tägliche Leben der ganzen Familie.  

Sofort nach ihrer Verhaftung hatten sich Falun Gong-Praktizierende in Deutschland, die „Freunde von Xiong Wei“, sowie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (www.igfm.de) sehr aktiv für ihre Freilassung eingesetzt und die deutsche Bundesregierung um Hilfe gebeten. Ihr Name wurde daraufhin in eine Liste der deutschen Regierung aufgenommen, die Bundeskanzler Gerhard Schröder im April 2002 während des Staatsbesuchs dem damaligen chinesischen Staatspräsidenten in Deutschland übergeben hat.  

Falun Gong in Deutschland dankt der Bundesregierung und Abgeordneten, dass sie sich für Frau Xiong eingesetzt haben, wir danken, der IGFM und den Zehntausenden Bürgerinnen und Bürgern, die mit Unterschriften, Petitionen, Postkartenaktionen und Liedkompositionen ihre Unterstützung ausgedrückt haben.

Neben der großen Freude über diese glückliche Wendung vergessen wir nicht die Millionen Falun Gong-Praktizierenden, die immer noch in China unter einer Verfolgung leiden, die täglich ihr Leben gefährdet. Wir erinnern die Weltöffentlichkeit daran, dass die Menschenrechte in China täglich verletzt werden und besonders Falun Gong-Praktizierende so schwer gefoltert werden, dass ständig neue Todesfälle bekannt werden.

Nach der Ankunft von Frau XIONG Wei veranstaltet die IGFM eine Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 30. September 2004, Beginn 11:00 Uhr
Hotel le Meridien Parkhotel, Wiesenhüttenplatz 28-38, D-60329 Frankfurt

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Waltraud Ng Tel.: 06201-15672, Mobil: 0173-3135532
Internet: www.faluninfo.de; E-Mail: pm@falun-info.de

Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.

Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.449 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.



       

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