[16.03.2002]
Internationale Unterstützung bewirkte Freilassung eines Gefolterten


Am 12. März wurde Zhao Ming, ein chinesischer Informatik-Student am Trinity College in Dublin, Irland, nach zwei Jahren aus chinesischer Haft entlassen. Er ging Weihnachten 1999 nach China, um sich für Falun Gong einzusetzen und wurde verhaftet. Seit Mai 2000 war er in einem chinesischen Arbeitslager inhaftiert. Für seine Freilassung hatten sich zahlreiche hohe Politiker, Kirchenvertreter und internationale Menschenrechtsorganisationen, ebenso wie seine irischen Studienkollegen, mit Nachdruck eingesetzt. Zhao Ming ist durch die im Arbeitslager erlittene unsägliche Folter und Misshandlung äußerst geschwächt und befindet sich zur Zeit bei seiner Familie in China.

Zhao Ming, 30 Jahre alt, praktiziert seit 1994 Falun Gong, absolvierte 1993 sein Informatik-Studium an der berühmten Qinghua Universität in Peking und arbeitete dann in einem der Universität angeschlossenen Konzern. Im Frühjahr 1999 erhielt er die Möglichkeit, den Masterstudiengang Informatik am Trinity College in Dublin aufzunehmen.

Nachdem Falun Gong im Juli 1999 in China verboten und von einem Tag auf den anderen friedliche Bürger, die Falun Gong praktizieren, auf unrechtmäßige Weise verfolgt wurden, reiste Zhao Ming zu Weihnachten 1999 in seine Heimat, um von den Behörden die Aufhebung des Verbotes zu erreichen. Er wurde nach seinem Appell für einige Zeit festgenommen, bei seiner Entlassung wurde sein Reisepass einbehalten, so dass er nicht zur Fortführung seines Studiums nach Dublin zurückkehren konnte. Im Mai 2000 wurde er bei Vorbereitungen für eine Aktion zu Gunsten von Falun Gong wieder festgenommen und war bis zum August spurlos verschwunden. Erst dann erfuhr seine Familie von seinem Verbleib in einem Arbeitslager in der Nähe von Peking und von den grauenhaften Folterungen, die Zhao Ming zeitweise an den Rand des Todes brachten.

Viele Falun Gong-Praktizierende und eine entschlossene Gruppe von Studienkollegen des Trinity College sorgten für weltweite Aufmerksamkeit für den Fall Zhao Ming. Es setzten sich die Hochkommissarin für Menschenrechte bei der UNO, Adlige, ein Bischof, der Bürgermeister von Dublin, Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen für ihn ein. Die Freilassung des chinesischen Bürgers, der in ihrem Land studierte, forderten sogar die Präsidentin von Irland und der irische Premierminister anlässlich des Besuches des chinesischen Premierministers Zhu Rongji in Irland im September vergangenen Jahres. Bei einem Treffen der Außenminister von Irland und China in Peking im Januar dieses Jahres sicherte der chinesische Außenminister Tang Jiaxuan endlich die Freilassung von Zhao Ming für den 12. März zu.

Andrea Fischer, Sprecherin des Falun Gong Informationszentrums Deutschland, unterstrich: „Die Freilassung von Zhao Ming ist ein deutliches Zeichen dafür, dass China auch bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte letztendlich auf die internationalen Forderungen eingehen muss. Es ermutigt uns und alle, die Falun Gong unterstützen, sich weiterhin mit aller Kraft für die Freilassung der zu Unrecht inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden und die Beendigung der Verfolgung von Falun Gong durch Jiang Zemins Regime einzusetzen.“

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Waltraud Ng Tel.: 06201-15672, Mobil: 0173-3135532
Internet: www.faluninfo.de; E-Mail: pm@falun-info.de

Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.

Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.449 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.



       

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