[30.06.2007]
Kommunistische Partei zwingt Hongkong zu Schwarzer Liste

800 Personen Einreise verweigert


Berlin/ New York (FDI) – Die Einwanderungsbehörden in Hongkong haben die Einreise von über 800 taiwanesischen Falun Gong-Praktizierenden in die Region verweigert. 297 Praktizierende erhielten kein Visum für die Einreise nach Hongkong und 515 Praktizierenden wurden trotz gültigen Visums gewaltsam abgeschoben. Während ihres Aufenthaltes am Flughafen in Hongkong bekamen die Praktizierenden keine Nahrung, keine Getränke und keinen Rechtsbeistand. Darüber hinaus wurden ihnen Fotokameras und Handys grob abgenommen. Der 1. Juli ist der zehnte Jahrestag der Rückkehr Hongkongs als Sonderverwaltungszone unter chinesischer Herrschaft. Dieser Gedenktag wird von offiziellen Feierlichkeiten, von großen Märschen, aber auch von Protestzügen begleitet, auf denen mehr Freiheit und Demokratie für Hongkong gefordert wird.

Das Falun Dafa Informationszentrum erhielt die Kopie eines Faxes, das von der Einwanderungsbehörde in Hongkong an eine Hongkonger Fluggesellschaft geschickt wurde. Bis zum 1. Juli „werden Falun Gong-Anhänger als unwillkommene Hongkong-Reisende betrachtet”, heißt es in dem Fax. Die Einwanderungsbehörde kündigte der Fluggesellschaft die Bereitstellung einer Schwarzen Liste mit den Namen taiwanesischer Falun Gong Praktizierender an, denen im Falle einer Ankunft die Einreise nach Hongkong verweigert werden soll. Die Behörden forderten auch dazu auf, diesen Menschen bereits in Taiwan den Zutritt ins Flugzeug zu verwehren.

Laut der Nachrichtenagentur AFP hat das US-Außenministerium als Reaktion eine Stellungnahme herausgegeben, in der sie die Behörden in Hongkong drängt „die persönliche und politische Freiheit“ aufrechtzuerhalten (AFP). Mehrere taiwanesische Regierungsbeamte, darunter Regierungssprecher Shieh Jhy-wey, verurteilten die Vorgehensweise Hongkongs (Taipei Times).

Seit 2001 wurden ca. 400 Falun Gong-Praktizierenden, einschließlich Kindern, die Einreise nach Hongkong verweigert, üblicherweise immer dann wenn „empfindliche” Termine bevorstanden. Diese Menschen waren nach Hongkong gereist um an legalen und friedlichen Protesten teilzunehmen, die für ein Ende der anhaltenden Verfolgung von Falun Gong Praktizierenden in China eintreten. Unter der „Eine Nation - Zwei Systeme” Politik, sind Hongkong und Macao die einzigen Städte in China, wo solche Proteste überhaupt möglich sind.

Sound of Hope Reporterin, Frau Liao Shu-huei, die der Falun Gong-Gruppe nach Hong Kong folgte, wurde von der Polizei gewaltsam abgeschoben und zeigt ihre Verletzungen.
Im letzten Jahr haben für das kommunistische Regime in Peking arbeitende Agenten Falun Gong Praktizierende in Hongkong bedroht und öffentlich ausgestellte Informationsträger, die zur Aufdeckung der Verfolgung in China dienen, mutwillig zerstört. Praktizierende aus Hongkong berichten auch von Schwierigkeiten bei der Anmietung von Räumlichkeiten für Veranstaltungen und sagen, dass ihren Protesten von den Medien in Hongkong mit Schweigen begegnet wird.

„Diese ständigen Angriffe gegenüber Falun Gong unter dem Einfluss des kommunistischen Regimes in China sind eine Beleidigung der Bevölkerung Hongkongs und ein Schlag ins Gesicht für das ‘Eine Nation-Zwei Systeme’ Versprechen, ” sagt Waltraud Ng, Sprecherin des Falun Dafa Informationszentrums. „Es ist eine Schande, dass Hongkongs Führung weiterhin vor dem chinesischen kommunistischen Regime auf die Knie fällt und diesem hilft seine Verbrechen zu verbergen und das Stillschweigen über die unschuldigen Opfer zu bewahren,” sagt Ng weiter.

2003 hat die Einwanderungsbehörde in Hongkong die Existenz einer Schwarzen Liste geleugnet, als 80 Falun Gong Praktizierenden aus Taiwan die Einreise in die Sonderverwaltungszone verweigert wurde, die dort an einer Konferenz teilnehmen wollten. Viele der 80 Taiwanesen sagten, dass sie damals gewaltsam ausgewiesen wurden, was inzwischen eine Klage gegen die Immigrationsbehörde in Hongkong nach sich gezogen hat.

Ausführlicher Bericht über den Vorfall auf englisch

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Waltraud Ng Tel.: 06201-15672, Mobil: 0173-3135532
Internet: www.faluninfo.de; E-Mail: pm@falun-info.de

Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.

Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.350 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.



       

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