Ein Jahr vor der Olympiade 2008 wird am 9. August 2007 in Athen eine Fackel für die Menschenrechte in China entzündet und von dort aus in einem globalen Fackellauf in 25 Länder weiter getragen. Am 18. August wird die Fackel Berlin und am 25. August München erreichen. Veranstalter der deutschen Strecke des Fackellaufs sind die Koalition zur Untersuchung der Verfolgung an Falun Gong (
www.CIPFG.de) und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (
www.IGFM.de). Die CIPFG ist eine im Jahr 2006 gegründete unabhängige Koalition von Menschenrechtsorganisationen, Regierungsbeamten, Rechtsanwälten, Pfarrern, Ärzten und ehemaligen Olympiateilnehmern.
Chinas Regierung ist nach wie vor Menschenrechtsverletzer Nr. 1In einer Pressemitteilung erklärte die CIPFG, dass die Olympiade mit ihren Idealen von Freiheit und menschlicher Würde nicht in einem Land stattfinden darf, in dem gleichzeitig schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden.
Obwohl China vor der Vergabe der olympischen Spiele im Jahr 2001 versprochen hat die Menschenrechtssituation zu verbessern, werden Falun Gong-Praktizierende und andere unliebsame Gruppen sogar seit der Vergabe der Olympischen Spiele nach Peking noch brutaler verfolgt. Der Untersuchungsbericht „Blutige Ernte" lässt vermuten, dass Chinas Regime Falun Gong und andere unterdrückte Gruppen vor den Olympischen Spielen systematisch auslöschen will (
www.faluninfo.de/news/organhandel.html).
Laut einem Bericht des UN Sonderbeauftragten für Folter vom letzten Jahr sind 66 Prozent der Folteropfer in China Falun Gong-Praktizierende. Ein besonders krasses Beispiel dieser eskalierenden Unterdrückungspolitik betrifft Chinas staatseigene Krankenhäuser. Diese bereichern sich in Zusammenarbeit mit anderen Behörden am weit verbreiteten Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden.
Laut den Verfassern des Untersuchungsberichtes „Blutige Ernte" hätte das Olympische Komitee die Spiele sicher nicht an Peking vergeben, wären sie sich dieser Verbrechen bewusst gewesen.
Die CIPFG stellte im Mai 2007 drei Forderungen an die chinesische Regierung:
- Alle inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden sind zu entlassen
- Unterdrückungsmaßnahmen gegenüber Menschen, die Falun Gong-Praktizierende unterstützen und beschützen, wie beispielsweise der Rechtsanwalt Gao Zhisheng oder Frau Li Hong, sind zu beenden.
- Eine unabhängige Untersuchung zu den Vorwürfen über Organentnahmen an lebenden Falun Gong-Praktizierenden in China ist zuzulassen.
Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.
Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.449 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.