[05.10.2010] Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Berlin
Falun Dafa Association Germany fordert Bundeskanzlerin zum Handeln auf
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, zunächst möchten wir Ihnen für Ihre bei früherer Gelegenheit den Falun Gong-Praktizierenden und dem Schutz ihrer Menschenrechte ausgedrückten Unterstützung unseren Dank aussprechen und Ihnen die aktuelle Sachlage, verbunden mit unserer an Sie gerichteten Aufforderung zum Handeln gegen die im Folgenden genannten Menschenrechtsverbrechen, darlegen.
Die Verfolgung der Falun Gong-Praktizierenden hält mit ungebremster Gewalt weiter an. Seit dem 20. Juli 1999 werden friedliche Falun Gong-Praktizierende in der VR China auf unmenschlichste Art und Weise verfolgt und leiden seither unter massivem Staatsterror des chinesischen Regimes. In vielen Fällen erleiden die Opfer den Verlust ihres Arbeitsplatzes und der Wohnung, den Ausschluss von Bildungsmöglichkeiten, Abtreibungs- und Scheidungszwang, Umerziehung, Zwangsarbeit, Demütigung und Folter. Seit Beginn der Verfolgung sind uns 3.530 Opfer namentlich bekannt, die in Polizeistationen, Zwangsarbeitslagern und psychiatrischen Anstalten durch „äußere Gewalt“ zu Tode kamen. Die Dunkelziffer liegt bei weitem darüber. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Dr. Manfred Nowak, weist darauf hin, dass zweidrittel aller in chinesischen Zwangsarbeitslagern Inhaftierten Falun Gong-Praktizierende sind, die sowohl körperlicher als auch psychischer Folter ausgesetzt sind. Die Anzahl der Inhaftierten dürfte inzwischen in die Millionen gehen. Im Juli 2006 veröffentlichte David Kilgour, ehemaliger kanadischer Staatssekretär für Asien und den pazifischen Raum zusammen mit David Matas, einem kanadischen Menschenrechtsanwalt, einen über 50-seitigen Untersuchungsbericht, der auf die systematische Tötung von Falun Gong-Praktizierenden zum Zwecke der Organentnahme hinweist. Die beiden Kanadier belegten, dass zwischen den Jahren 2000 und 2005 etwa 41.000 gesunde Falun Gong-Praktizierende wegen ihrer Organe getötet wurden. Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, diese Verfolgung von friedlichen Falun Gong-Praktizierenden, die nur ihr Recht in Anspruch nehmen, ihren Glauben an „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“ auszuüben, sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit und müssen sofort beendet werden. Unabhängig davon, wo Menschenrechtsverbrechen begangen werden, sollten alle freiheitsliebenden und aufrechten Menschen dagegen vorgehen. Angesichts der im Detail vorliegenden Tatsachen fordern wir die Deutsche Bundesregierung dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, damit die Verfolgung von Falun Gong in China beendet werden kann. Wir bitten Sie, Herrn Wen Jiabao auf die Verfolgung von Falun Gong anzusprechen. Mit freundlichem Gruß Man-Yan Ng Vorstandsvorsitzender Deutscher Falun Dafa Verein e.V. www.falundafa.de
Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 114 Ländern und Regionen der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.
Seit dem 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatschef Jiang Zemin initiiert wurde. Schätzungen zufolge wurden seit dem Juli 1999 über 1 Million Falun Gong-Praktizierende festgenommen, über 500.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager gezwungen, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa-Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3690 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Dass systematischer Organraub von staatlichen Behörden angeleitet wird, ist kaum zu glauben und dennoch sind schätzungsweise 65.000 gesunde Falun Gong-Praktizierende Opfer von Organraub am lebendigen Leibe in China geworden.
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