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Am Morgen des 13. Mai 2011 stürmten Ou Shuangcai, Sekretär des Politik- und Rechtsausschusses der KP Chinas in der Stadt Shenling, und mehr als zehn Beamte das Haus von Ou Yicheng und seiner Frau Tan Cuiying, raubten sie aus und verhafteten Ou Ycheng. Schon Jahre zuvor war Ou zur Zwangsarbeit geschickt und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, beide Male wegen des Praktizierens von Falun Gong. Zuletzt war er im Ningyuan Internierungslager eingesperrt. Am 30. Juni 2011 ging Tan zur Abteilung für innere Sicherheit, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken. Die Beamten schlugen sie so brutal, dass sie ohnmächtig zu Boden fiel. Erst spät, gegen 21:30 Uhr, konnte sie wieder nach Hause. Infolge der heftigen Schläge litt sie an Inkontinenz und hatte Bewusstseinsstörungen; sie konnte sich nicht mehr alleine ankleiden und versorgen (siehe Bild rechts, das aus China herausgeschmuggelt wurde). Tan und ihr Ehemann Ou, wurden über lange Zeit verfolgt, weil sie sich weigerten, ihren Glauben an Falun Gong aufzugeben. Frau Li Yaru, 48, HeilongjiangName: Li Yaru (李雅茹)Geschlecht: Weiblich Alter: 48 Beruf: Stellvertretende Direktorin der Bildungskommission des Hanjiayuan Forstamts Datum der letzten Verhaftung: 27. Juli 2008 Datum der letzten Freilassung: Verstorben in Haft Todestag: 20. Juli 2011 Provinz: Heilongjiang Stadt: Harbin Letzter Inhaftierungsort: Harbin Frauengefängnis (哈尔滨女子监狱) Li Yaru war engagiert und kompetent und wurde als die beste Lehrerin in ihrer Schule gefeiert. Obwohl sie mehr Stimmen als jeder andere Kandidat für eine Beförderung zur Leiterin hatte, bekam sie das weniger prestigeträchtige Amt der stellvertretenden Direktorin der Bildungskommission, weil sie Falun Gong praktizierte. Am Abend des 27. Juli 2008 brach die Polizei in ihre Wohnung ein und beschlagnahmte EDV-Geräte und andere persönliche Gegenstände. Man nahm sie in Gewahrsam und fotografierte sie mit Falun Gong-Büchern. Die Polizei behauptete, sie ein Jahr lang überwacht und Beweise gesammelt zu haben über ihre Gespräche mit anderen Personen über Falun Gong und dem symbolischen Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas. Li verlor ihren Arbeitsplatz und wurde nach einem Schauprozess zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Unter behördlichem Druck hat ihr Mann die Scheidung eingereicht. Im Gefängnis bekam Li Leukämie und verlor schnell extrem an Gewicht. Herr Liu Renge, 56, JilinName: Liu Renge (刘仁阁)Geschlecht: Männlich Alter: 56 Beruf: Angestellter im Büro für Unternehmen des Landratsamtes von Tonghua Datum der letzten Inhaftierung: 28. Juni 2011 Datum der letzten Freilassung: In der Haft verstorben Todestag: 22. Juli 2011 Provinz: Jilin Stadt: Kuaidamao-Stadt, Landkreis Tonghua Letzter Inhaftierungsort: Haftzentrum des Landkreises Tonghua (通化县看守所) Am 28. Juni 2011 haben Beamte der Abteilung für innere Sicherheit des Landkreises Tonghua Liu illegal verhaftet, als er zur Stadt Ying'ebu unterwegs war, um Infomaterial über Falun Gong und die Verfolgung zu verteilen. Er wurde sofort in die Haftanstalt des Landkreises eingeliefert. Er starb am 22. Juli 2011 einen plötzlichen Tod nach drei Wochen Polizeigewahrsam. Während seiner Haft verweigerte die Polizei seiner Familie den Besuch. Noch bevor sie seine Angehörigen über seinen Tod informiert hatten, brachten Agenten des Büro 610 des Landkreises Tonghua und Beamte der Polizeibehörde Lius Leichnam zu einem Bestattungsunternehmen der Stadt Tonghua. Danach, am Mittag des 22. Juli, riefen sie seine Familie an und wiesen sie an, zu kommen um seinen Leichnam zu identifizieren. Als sich die Angehörigen erkundigten, wie Liu gestorben sei, antwortete ein Polizist: „Gegen 6.00 Uhr am 21. Juli 2011. Beamte der Abteilung für innere Sicherheit brachten Liu vom Haftzentrum zum Stammgebäude der inneren Sicherheit des Landkreises, um ihn zu verhören. Das Verhör endete um 04.00 Uhr morgens am 22. Juli." Der Beamte sagte, er wisse nicht, wann Liu wieder in die Haftanstalt zurückgebracht wurde. Lius Familie wollte daraufhin wissen, wann er genau gestorben sei. Der Beamte sagte: „Am 22. Juli um 10.00 Uhr." Auf die Frage, ob Liu während des Verhörs körperlich misshandelt worden war, antwortete der Polizeibeamte nur vage, dass Liu einer Art von körperlicher Züchtigung unterzogen wurde. Die Familie bat dann darum, alle Videoaufnahmen von Lius Inhaftierung und Vernehmung zu sehen, bis zu dem Moment als er starb. Als Antwort zeigte ihnen der Polizist jedoch nur ein kurzes Video, das erklärt was geschehen sein muss: Die Kamera zeigte eine Tür, die zu einer Zelle in der Haftanstalt zu gehören schien. Als zwei Männer Liu durch die Tür führten, brach er zusammen. Damit endete das Video. Als Lius Familie die Videoaufnahmen aus der Zeit vor und nach dieser Episode sehen wollte, antwortete der Polizist: „Alle [Dateien des] vorherigen Videos sind beschädigt." Nachdem Lius Leichnam in das Bestattungsinstitut gebracht worden war, kamen zwei Lieferwagen mit mehr als zehn Polizisten in Zivil, die Berichten zufolge alles pausenlos überwachten. Die Abteilung für innere Sicherheit des Landkreises Tonghua und die Agenten des Büro 610 des Bezirks Tonghua bedrohten Lius Familie und verboten seinen Verwandten und Freunden seine sterblichen Überreste zu sehen. Die Polizei weigerte sich, die Namen der für Lius Tod verantwortlichen Personen zu nennen. Lius Leichnam wurde am Abend des 24. Juli in den Kühlraum gebracht. Herr Li Xiwang, TianjinName: Li Xiwang (李希望)Geschlecht: Männlich Beruf: Fabrikbesitzer Datum der letzten Inhaftierung: 21. Dezember 2010 Datum der letzten Freilassung: In der Haft verstorben Todestag: 29. Juli 2011 Provinz/Stadt: Tianjin Adresse: Nujiangli; Haimen-Straße, Bezirk Hubei Letzter Inhaftierungsort: Gangbei-Gefängnis (港北监狱) Li Xiwang, ein Fabrikbesitzer aus dem Bezirk Hubei, und seine Frau Chen Liyan wurden am 21. Dezember 2010 von den Behörden illegal aus ihrem Haus entführt. Nachdem er über sechs Monate im Haftzentrum Hexi festgehalten worden war, wurde Li ins Gangbei Gefängnis verlegt (offiziell Binhai–Gefängnis genannt), um dort eine achtjährige Haftstrafe abzuleisten, die nach einem Schauprozess verhängt worden war. Er starb in der Haft am 29. Juli 2011, knapp einen Monat nach der Ankunft dort. In einem einzigen „Folterdurchgang“, dem Li im Gangbei-Gefängnis ausgesetzt wurde, wurden seine vier Gliedmaßen an Balken gefesselt, so dass er mit dem Gesicht zur Erde sehen musste. In dieser Position wurde er 28 Tage festgehalten. Als Familienangehörige nach der Ursache seines Todes fragten, antworteten die Beamten, dass er an einer plötzlichen Krankheit gestorben sei, nachdem eine Notbehandlung, durch die er gerettet werden sollte, nicht erfolgreich gewesen sei. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Gefängnisbeamte sich der Verantwortung für den Tod eines Falun Gong-Praktizierenden in Haft entziehen, indem sie behaupten, dass dieser "plötzlich" an einer Krankheit gestorben sei. Lis Frau, Chen Liyan, wurde für ein Jahr zur Zwangsarbeit ins Banqiao-Zwangsarbeitslager für Frauen in Tianjin gebracht. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Waltraud Ng Tel.: 06201-15672, Mobil: 0173-3135532 Internet: www.faluninfo.de; E-Mail: pm@falun-info.de
Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.
Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.518 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.
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