Berlin / New York (FDI) – Wenn sich die Gerüchte über den Tod des früheren Oberhauptes der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bewahrheiten, werden die Medien weltweit in Kürze sein Vermächtnis erörtern. Für Hunderte von Millionen wird Jiang am ehesten als der Initiator der systematischsten, tödlichsten und am längsten währenden Übergriffe auf chinesische Bürger in Erinnerung bleiben: die Verfolgung von Falun Gong.
Wenn der Mann, der eine Kampagne der Gewalt, Lügen und Massenverhaftungen entfesselte, diese Welt verlässt, werden seine Opfer und viele Chinesen, die einen Gerechtigkeitssinn haben, erleichtert aufatmen. Obwohl seine Handlanger vermutlich die Gräueltaten fortsetzen werden, kann ihnen zumindest Jiang dann nichts mehr anhaben. Es wird ein kleines bisschen weniger Böses in der Welt geben.
Als eine traditionell spirituelle Übungspraktik, die der buddhistischen Schule zugerechnet wird, erlangte Falun Gong nach seiner Einführung in der Öffentlichkeit im Jahr 1992, in der ersten Hälfte der 90er Jahre in China schnell an Popularität. Es zog „Qigong“-Enthusiasten und solche, die von seiner moralischen Philosophie, und damit von den Werten „Wahrhaftigkeit – Barmherzigkeit – Nachsicht“ angetan waren, gleichermaßen an. (
mehr Informationen http://www.falundafa.de/einfuehrung.html) In der Tat genoss Falun Gong beträchtliche offizielle Unterstützung seitens der Regierung und von Funktionären der Kommunistischen Partei, die es als einen Weg ansahen, die Volksgesundheit zu verbessern.
Im Jahr 1999 schätzte Chinas Staatliche Sportkommission die Zahl der Falun Gong-Anhänger auf 70 Millionen Menschen, was sogar die Zahl der Mitglieder der KPCh überstieg. (
mehr Fakten/engl. http://www.faluninfo.net/article/909/?cid=162)
Obwohl Falun Gong für keine politische Ideologie oder sonstige Bestrebungen steht, machte Jiang Zemin Falun Gong wegen seiner Beliebtheit, seiner Unabhängigkeit vom Staat und seiner traditionellen spirituellen Philosophie als eine Bedrohung für die KPCh aus.
Deshalb entschied Jiang im Frühjahr 1999 nahezu allein, dass Falun Gong „ausgelöscht“ werden muss. Am 20. Juli 1999 löste er eine der Kulturrevolution ähnliche Propagandakampagne, Bücherverbrennungen, Masseninhaftierungen und gewaltsame „Transformationen“ von Falun Gong-Praktizierenden aus.
Verschiedenen Quellen zufolge betrachtete Jiang die Kampagne als seine persönliche und soll schon fast besessen davon gewesen sein. Im Jahr 2001 schrieb der China-Experte Willy Lam, dass leitende Funktionäre Jiangs Unterdrückung (von Falun Gong) als ein Mittel „um Loyalität ihm selbst gegenüber zu fördern“ kritisierten. (
Artikel/engl. http://www.faluninfo.net/article/465/?cid=139) 2002 gab er Berichten zufolge den Befehl aus, „Tötet sie gnadenlos!“, nachdem Falun Gong-Praktizierende in Changchun Fernsehsendungen anzapften und Bilder zeigten, wie ihr Glaube weltweit frei praktiziert wird (
Artikel http://www.falungong.de/artikel/pressemitteilungen/1015534291.html).
Die Folgen von Jiangs verhängnisvoller Entscheidung im Jahr 1999 sind verheerend: Hunderttausende – wahrscheinlich Millionen – von unschuldigen Falun Gong-Praktizierenden sind aus ihren Wohnungen oder von der Straße weg entführt worden, wurden dann unrechtmäßig in Gefängnissen oder Lagern inhaftiert, einige für über ein Jahrzehnt lang. Heute sind Falun Gong-Gewissensgefangene immer noch die Mehrheit in vielen Gefangenenlagern.
Unter Jiangs Führerschaft sanktionierte die KPCh den systematischen Einsatz von Gewalt und Folter gegen Falun Gong-Praktizierende, um sie zu zwingen, die Praxis aufzugeben (siehe
Washington Post-Artikel http://www.faluninfo.net/article/566/?cid=67, „Torture is breaking Falun Gong“). Elektrische Schlagstöcke, sexuelle Misshandlung und Injektionen mit psychiatrischen Substanzen sind zur Routine geworden und hinterlassen eine unbekannte Anzahl von Menschen auf Dauer gezeichnet, behindert oder in den Wahnsinn getrieben. Diese Taktiken haben zu 3.400 bestätigten Todesfällen geführt. Die tatsächliche Anzahl ist wahrscheinlich um ein vielfaches höher, dies inmitten von Anhaltspunkten, dass inhaftierte Falun Gong-Praktizierende auf Nachfrage getötet werden, um Chinas Organtransplantationsindustrie zu beliefern. (Bericht)
Jiang und die Führungsriege der KPCh haben bei der Kampagne gegen Falun Gong zahlreiche Unterdrückungsmechanismen entwickelt und verfeinert. Seit 1999 hat die KPCh das Netzwerk von Gefangenenlagern vergrößert, Folterer mit Beförderungen und Zuschlägen belohnt und ein über dem Gesetz stehendes Sicherheitsorgan gegründet, das so genannte Büro 610. Sie hat ihre Politik der Missinformation und der geschickten Meinungsmache verfeinert, die Justiz ins Abseits gestellt und das weltweit größte System der Internetzensur und -überwachung geschaffen. Ursprünglich gegen Falun Gong eingesetzt, richten diese Mittel sich heute gegen einen Großteil der chinesischen Bevölkerung.
Als Antwort auf Jiangs Rolle bei dem gebündelten Versuch, Falun Gong auszulöschen, ist er zur Zielscheibe von Dutzenden internationalen Gerichtsverfahren geworden. Im Jahr 2009 klagten Gerichte in Argentinien und Spanien Jiang und andere Top-Funktionäre der KPCh (in den Anklagepunkten) wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. (
Artikel http://www.falungong.de/artikel/pressemitteilungen/1261607427.html)
Jiang Zemins Tod wird die Tausenden von Falun Gong-Praktizierenden, die in den vergangenen zwölf Jahren aufgrund seiner Aktionen ums Leben gekommen sind, nicht mehr ins Leben zurück bringen. Und er wird auch kaum die Brutalität verringern, mit der Falun Gong-Praktizierende in ganz China bis heute ihrer Freiheit beraubt und gefoltert werden.
Dennoch hoffen Falun Gong-Praktizierende weltweit, dass für die Menschen in China eine neue Möglichkeit eröffnet wird, ihrem Gewissen zu folgen und das Töten zu beenden.
Der Sprecher des Falun Dafa-Informationszentrums und Falun Gong-Praktizierende, die aufgrund ihres Glaubens zu Folteropfern wurden, stehen auf Nachfrage für ein Interview zur Verfügung.