[19.09.2003] Provinz Heilongjiang: Misshandlung und Folter von Praktizierenden im Jiamusi Arbeitslager
Ich wurde im Frühjahr 2002 während einer der großen Kampagnen zur
Verhaftung der Dafa Übenden in der Provinz Heilongjiang verhaftet und
zum Arbeitslager der Stadt Jiamusi gebracht.
Die Polizisten steckten die Dafa Übenden zusammen mit einigen
Überläufern [frühere Praktizierende, die durch die Gehirnwäsche
manipuliert wurden und bei der Verfolgung helfen] zusammen, damit sie
unseren Willen brechen. Jeden Tag strahlten sie im Arbeitslager
Propaganda gegen Dafa aus. Alle Standhaften Übenden sagten die
Lektionen des Lehrers (aus dem Gedächtnis) auf, widersetzten sich der
Gehirnwäsche und forderten, dass die lügnerischen Propaganda Sendungen
gestoppt werden. Wir weigerten uns auf die Bildschirme oder die
Buchstaben zu schauen, egal welche Konsequenzen uns drohen würden.
Später dachte sich Hauptmann Liu Yadong zusammen mit den Überläufern
einen Weg aus, uns anzugreifen. Sie konzentrierten sich jedesmal immer
nur auf einen einzelnen Praktizierenden. Als Folge konnten manche nicht
durchhalten und ließen sich umerziehen. Die standhaft gebliebenen Falun
Gong-Praktizierenden wurden in ein "Intensivtrainings Team " gesteckt.
Später, während des 16. Parteikongresses, begann eine neue Welle der
Verfolgung.
Mehr als 60 Leute wurden zusammen in einen Raum gezwängt. So entstand
die 8. Brigade. Jeden Tag von 8 Uhr morgens bis 11 Uhr abends, wurden
die Praktizierenden gezwungen auf Hockern mit eingeschlagenen Ringen zu
sitzen. Es war wie auf brennenden Dornen zu sitzen; der Schmerz war
unerträglich. Die Praktizierenden mussten ihre Hände auf ihre Knie
legen und die Augen geradeaus richten. Falls irgend jemand schläfrig
wurde, verlängerten sie die Sitzzeit. So mussten die Übenden oft bis
nach Mitternacht sitzen bleiben. Bei solchen Gelegenheiten wurde man
üblicherweise gezwungen die verleumderischen Videos immer wieder
anzuschauen. Manchmal wurden auch die "Geständnisse" derjenigen, die
aufgegeben hatten laut vorgelesen. In der Regel waren 3 - 4
Polizistinnen im Raum und 2 männliche Polizisten an den Türen -
bewaffnet mit Elektrostäben.
Eines Tages versuchte Xu Hongzhen (eine ältere Dame) zu verhindern,
dass die Polizei Transparente, welche Falun Dafa beschimpft, aufhängt.
Sie wurde von den Polizisten zusammenschlagen und später in
Handschellen gelegt. Polizeibeamte Zhang Xiaodan, Li Xiujin, Chen Jing,
und Hauptmann Wang zwangen die Übenden Schriftstücke zu lesen, die die
Überläufer geschrieben hatten. Falls sie sich weigerten, wurde ihnen
verboten die Toilette zu benutzen. Falls sich jemand darüber
beschwerte, wurde er verprügelt.
Die Folterungen gingen bis Ende Oktober weiter. Als sie sahen, dass die
Praktizierenden ihren Glauben nicht aufgaben, wurden die skrupellosen
Übeltäter ganz verwirrt. Sie erklärten jeden Tag, dass man "durch
Gewalt, Kraft bekommt." So ketteten sie die Übenden an stählerne
Betten, mit den Händen auf den Rücken gebunden. Da die Handschellen
äußerst eng angelegt waren, verfärbten sich die Hände stark und zwar
manchmal blau, manchmal schwarz und manchmal irgend etwas dazwischen.
Frau Lili Wangs Handgelenke fingen an, stark zu bluten und Herr Li
Guoyuns Arm wurde verkrüppelt. Die Handschellen wurden erst wieder
aufgeschlossen, wenn die Praktizierenden die "Fünf Schriftzeichen"
[Schriftstücke in denen sie erklärten mit dem Üben von Falun Dafa
aufzuhören] unterschrieben und abgaben. Dadurch wurden einige andere
Übende und ich, die die Schmerzen nicht durchstehen konnten, dazu
gebracht gegen unseren Willen "Umerziehungs-Erklärungen" und falsche
Aussagen abzugeben.
Nachdem wir die Erklärungen abgegeben hatten, war der Schmerz in
unserem Herzen unbeschreibbar. Wir waren so beschämt, dass wir lieber
gestorben wären. Als bei uns der Gedanke des Sterbens auftauchte,
vertrieben wir diesen schnell wieder, nachdem wir uns an die Worte von
Lehrer Li erinnerten, dass Selbstmord falsch ist.
Frau Yang Shuhui erlitt aufgrund der Verfolgung einen
Nervenzusammenbruch. Sie wurde von den kriminellen Häftlingen
regelmäßig, sowohl verbal als auch physisch, angegriffen und
mißhandelt. Das Arbeitslager weigerte sich, sie frei zu lassen, mit der
Begründung, dass sie den Nervenzusammenbruch nur gespielt hätte.
Hauptmann He Qiang sagte: "sie könne eh nicht nach Hause gehen, da ihre
Familie sich weigerte das Lösegeld zu zahlen".
Die Polizisten wussten sehr genau, dass Praktizierende, die gegen ihren
Willen die "Geständnisse" unterschrieben hatten, in ihrem Herzen nicht
wirklich die Kultivierung von Falun Dafa aufgegeben hatten. Zwang kann
die Herzen der Menschen nicht verändern. Als wir wieder Stifte hatten,
schrieben wir, dass wir weiterhin Falun Dafa üben und die Verfolgung
enthüllen und aufdecken würden. Wir erklärten, dass all die Briefe die
wir unter Folter gezwungen wurden zu schreiben, ungültig sind. Die
Polizisten fingen an, sich Sorgen zu machen und befahlen den
Überläufern uns zu überwachen.
Anfang Dezember 2002 wurden wir zur Zwangsarbeit eingeteilt. Ein
Überläufer wurde für je zwei Übende zugeteilt. Sie bewachten uns rund
um die Uhr, während des Schlafens, Arbeitens und Essens. Es wurden auch
einige von den kriminellen Straftätern von der Polizei als "Spione"
rekrutiert, um die Übenden zu überwachen.
Im Frühling 2003 startete das Arbeitslager eine weitere Welle zur
Verfolgung der Dafa Praktizierenden, um die restlichen dazu zu bringen,
die "Fünf Schriftzeichen" zu unterschreiben oder die Konsequenzen zu
ertragen. Die Arme vieler Übenden waren durch die Handschellen
geschwollen. Ihre Hände wurden für lange Zeit in einer bestimmten
Position auf den Rücken gefesselt. Dennoch zwangen Hauptmann Hong Wei
und Ausbilder Yu Wenbin die Übenden jeden Morgen zum Appell anzutreten,
zum marschieren und zur Zwangsarbeit. Falls jemand aufgrund der Folter
nicht durchhielt, wurde behauptet, er würde den anderen nur etwas
"vorspielen". Frau Cai Rong und andere aus der neunten Division
verweigerten die Befehle und machten bei den "Aufgaben" von der Polizei
nicht mehr mit. Der Polizeibeamte Li Xiujin lies die Praktizierenden
über Nacht -ohne Schlaf- im Hof stehen, schlug sie mit Stöcken und
brachte sie dann dazu, am Tage auch noch weiterzuarbeiten (sie durften
Taschen für Handys nähen).
Aufgrund egoistischer Gedanken Geld zu verdienen, mißachtetet das
Arbeitslager völlig die Sicherheit und die Leben der Praktizierenden.
Falls irgendeine der in der Fabrik verwendeten Chemikalien die Leute
krank machte und dazu brachte zu erbrechen, sagten sie, dass die Leute
das nur vorspielen um nicht weiterarbeiten zu müssen. Die Werkstatt
wurde sehr schlecht belüftet. Überstunden sorgten dafür, dass so gut
wie jede Handytasche mit dem Blut der Praktizierenden verschmutzt war.
Das Essen für jeden Tag bestand aus Brot, Essiggemüse und etwas Rettich
Suppe. Die Folter und Unterernährung sorgten nach einer Weil dafür,
dass die Praktizierenden körperlich sehr schwach wurden und erkrankten.
Doch die Polizei hört nicht auf und benutzt weiterhin schamlos die
Straflager, um Geld und andere Vorteile zu erlangen.
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