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Frage: Meinen Sie, dass Falun Gong noch härter behandelt wird als andere Gruppen? Antwort: Ich denke, dass die Regierung Falun Gong härter als die anderen Gruppen verfolgt. Allein wegen Falun Gong hat die Regierung 300 Paragraphen in der Strafgesetzgebung geschaffen. Bei anderen religiösen Gruppen ist es nicht unbedingt so, dass die Mitglieder verhaftet und eingesperrt werden, wenn die Polizei sie entdeckt. Aber Falun Gong-Praktizierende werden umgehend verhaftet, sobald die Polizei sie sieht. Man versucht die Praktizierenden „umzuerziehen“ und solange das nicht gelingt, werden sie nicht freigelassen. Der Umgang mit den Falun Gong-Praktizierenden sieht folgendermaßen aus: zuerst werden sie in ein Gehirnwäschezentrum gebracht. Wenn sie durch die Gehirnwäsche nicht „umerzogen“ werden können, dann schickt man sie in ein Zwangsarbeitslager. In dem Arbeitslager werden sie längstens drei Jahre festgehalten. Wenn sie danach immer noch nicht „umerzogen“ sind, dann schickt man sie wieder in das Gehirnwäschezentrum und danach, falls immer noch nicht „umerzogen“, zum zweiten Mal in das Zwangsarbeitslager. Frage: Können Sie beschreiben, was das Büro 610 ist und welche Rolle Sie darin gespielt haben? Antwort: Das Büro 610 wurde von höchster Stelle gegründet, die von Luo Gan geleitet wird, einem Mitglied des Politbüros. In jeder Provinz und in jeder Gemeinde ist ein Büro 610 im Büro für Öffentliche Sicherheit, ebenso wie auf fast jeder Regierungs-Ebene. Seine Hauptaufgabe ist die Sache mit Falun Gong oder die Verfolgung von Falun Gong und auch von anderen Organisationen, die von der KP Chinas zur Sekte erklärt wurden. Frage: Warum war Ihrer Meinung nach das Niederschlagen von Falun Gong so viel nachdrücklicher als das anderer Gruppen, die in das Visier der KP Chinas gerieten? Antwort: Ich glaube wirklich, der Grund ist die Anzahl der Praktizierenden. Im Jahr 1999 war ich noch bei der Polizei. Jiang Zemin pflegte seinerzeit zu sagen, wenn er eine Armee mobilisieren wollte, würde er dazu 48 Stunden benötigen, aber um Falun Gong zu mobilisieren, waren nur 24 Stunden nötig, darüber war er sehr schockiert. Er könnte die Niederschlagung auch wegen persönlicher Interessen und aus persönlichen Gründen gestartet haben. Das Interview in seiner Gesammtlänge finden sie in deutscher Sprachen.
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