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Teil I: Einführung
Teil II: Gewalt gegen Frauen
Teil III: Familien entzweit
Teil IV: Todesfälle und Fallstudien
Teil I: Einführung

Offener Brief von Falun Gong-Praktizierenden aus China

Wir sind eine Gruppe von Frauen aus der VR China, die Falun Gong praktizieren. Aus Empörung und inmitten großen Leidens schreiben wir diesen offenen Brief. Um der Menschenrechte und der Gerechtigkeit willen erbitten wir Ihre Hilfe für diejenigen von uns, die nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Wir berichten über die unmenschliche Folter, die unschuldige Frauen, die Falun Gong praktizieren, durch das Jiang Regime erleiden müssen.
 
Die Verfolgung von Falun Gong in China, die von Jiang Zemin und seinen politischen Gefolgsleuten ausgeht, eskalierte während der vergangenen anderthalb Jahre dramatisch. Ihr Vorgehen wird immer grausamer und unmenschlicher. Ohne Unterschied wurden zum Beispiel auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking vier- und fünfjährige Kinder ebenso wie Frauen im Alter von 70 oder 80 Jahren brutal zusammengeschlagen, weil sie laut riefen, dass Falun Gong gut sei. Eine Frau, im 6. Monat schwanger, wurde so heftig getreten, dass sie nicht mehr aufstehen konnte. Eine 70-jährige Frau wurde zu Boden geschlagen und anschließend in ein Polizeiauto geschleppt. Es gibt viele ähnliche Beispiele, es ist unmöglich, auf alle einzugehen.
 
Die Sprache der Wächter in den Umerziehungslagern ist oft erniedrigend und obszön für die Inhaftierten, sie ist fast schlimmer zu ertragen als die grausamen Schläge. Manchmal werden wir verspottet: „Habt ihr nicht gesagt, dass ihr Nachsicht praktiziert? Ich werde sehen, wie du es aushältst, wenn ich dich schlage!“ Sie haben Frauen in aller Öffentlichkeit entkleidet und ihnen Elektroschocks verabreicht; sie nahmen Eisendrähte und durchbohrten damit ihre Brustwarzen; sie belästigten Frauen sexuell mit Gegenständen. Im Masanjia-Umerziehungslager der Provinz Liaoning wurden 18 praktizierende Frauen nackt in Männerzellen geworfen. Im Frauen-Umerziehungslager der Provinz Jilin „behandelten“ Polizisten den Vaginalbereich von Frauen mit scharfem Pfeffer. Frauen wurden gezwungen „Reuebriefe“ zu schreiben [Briefe, in denen man öffentlich „bereut“, Falun Dafa geübt zu haben und in denen man versichern soll, dass man nicht mehr praktiziert]. Auch Aufseher setzten Elektrostäbe im Vaginalbereich weiblicher Praktizierender ein; in Peking zogen Polizisten eine Falun Gong-Praktizierende aus und misshandelten sie in aller Öffentlichkeit.
 
Wir wurden missbraucht und verfolgt, weil wir als Falun Dafa-Praktizierende unseren Glauben an die kosmischen Prinzipien von „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht“ nicht aufgeben. Weil wir beschlossen haben, weiter Falun Dafa zu praktizieren, der Lehre unseres Lehrers Li Hongzhi treu zu bleiben und ihn als unseren Meister zu respektieren. Unsere Menschenwürde wurde missachtet, unsere weiblichen Körper und unser weibliches Wesen wurden beschmutzt. Wie können wir diese Demütigungen ertragen und damit leben?
 
Wie vielen weiblichen Praktizierenden wurde der Arbeitsplatz gekündigt, wie viele wurden aus ihrem Beruf, aus Schule und Partei ausgeschlossen und haben so ihren Lebensunterhalt verloren? Wie viele weibliche Praktizierende sind mittel- und heimatlos geworden? Wie viele von ihnen wurden geschlagen, festgenommen und in Umerziehungslagern interniert? Wie viele weibliche Praktizierende wurden bis zur Unkenntlichkeit, zur Invalidität gefoltert? Wie viele Praktizierende wurden in psychiatrische Kliniken zwangsweise eingeliefert und mit Nervengiften behandelt? Wie viele von ihnen haben ihr Leben unter der brutalen Folter verloren? Wie viele sind einfach verschwunden? Wir müssen uns fragen, wann es jemals in der Geschichte solch brutale Erscheinungen gegeben hat? Welcher Führer in der langen Geschichte unseres Landes hat sich jemals so unmenschlich verhalten?
 
Falun Dafa Praktizierende Frauen aus der Volksrepublik China,
6. Januar 2001


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