Folter in Nervenheilanstalten
Schwere Misshandlung der Leiterin der Gesundheitsabteilung des Amtes für öffentliche Sicherheit der Provinz Jiangsu in der Nervenheilanstalt Nanjing
Am 03. Oktober 1999 wurde die
47-jährige Frau Ding Jianhua, hochrangige Polizei-Inspektorin und Leiterin der Gesundheitsabteilung des Amtes für öffentliche Sicherheit der Provinz Jiangsu, in das neurologische Krankenhaus Nanjing eingeliefert, weil sie von Falun Gong überzeugt ist. Dort wurden ihr hochdosierte Injektionen verabreicht, die dafür bekannt sind, das zentrale Nervensystem zu schädigen. Sie verlangsamen das Reaktionsvermögen und vermindern das Sehvermögen.
Das neurologische Krankenhaus lehnte ihre Aufnahme zunächst ab, musste sie dann aber aufgrund des Druckes der Regierungsbehörden doch aufnehmen. Der Arzt der Klinik bestätigte sogar, dass sie nur eingewiesen worden sei, weil sie Falun Gong praktiziere und keine Nervenkrankheit vorgelegen habe.
Ihre Familie wandte sich mit der Bitte um baldige Entlassung an das Krankenhaus. Der Arzt sagte jedoch: „Seitdem die Polizei uns Frau Ding gebracht hat, mussten wir ihr regelmäßig Injektionen geben. Denn falls sie in Zukunft weiterhin nach Peking gehen will, um sich für Falun Gong einzusetzen, werden wir dafür zur Verantwortung gezogen.“
Krankenschwester gegen erklärten Willen in Nervenheilanstalt eingeliefert
Frau He Xianggu, 39 Jahre alt, Krankenschwester im Gesundheitszentrum für Frauen und Kinder der Provinz Hunan. Am 12. Dezember 1999 kam Frau He für 15 Tage in Haft, weil sie nach Peking gegangen war, um sich dort für Falun Gong einzusetzen. Am 1. Januar 2000 wurde sie noch einmal von ihrer Arbeitseinheit aus gewaltsam in die psychiatrische Klinik Hunan eingewiesen. Einige Zeit später, nach ihrer Entlassung aus der Klinik am 18. August 2000, fand man in ihrem Spind einige Falun Gong-Bücher. Gleich am nächsten Tag lieferte man sie wieder in die psychiatrische Klinik ein. Im Folgenden der Augenzeugenbericht eines Freundes, der Frau He im November 2000 dort besuchte:
„Als ich sie endlich sah, kamen mir die Tränen. Sie sah nicht mehr so aus, wie ich sie kannte, sondern erinnerte mich stark an jemanden, der geistig zurückgeblieben ist. Ihre Augen hatten einen abwesenden und leeren Ausdruck, es fehlte jeglicher Gesichtsausdruck.
Sie saß mit gebeugtem Rücken vor mir, die Hände vor dem Unterleib. Wenn ich sie ansprach, antwortete sie nicht und konnte auch nur schwer einen Satz hervorbringen. Sie brauchte lange, um eine Frage zu beantworten. Ich fragte sie: „Hat dich dein Mann besucht?“ Sie schüttelte den Kopf und erzählte mir dann endlich: „Einige Beamte des Gesundheitszentrums für Frauen und Kinder waren hier und brachten ein paar Zeitungen. Sie sagten, dass man mich als „Konterrevolutionärin“ behandeln würde, wenn ich weiter praktiziere. Vorhin wurde mir eine Spritze gegeben. Neuerdings bekomme ich diese Spritze zweimal im Monat. Sogar für einen wirklichen Geisteskranken ist eine Injektion dieses Medikamentes nur einmal pro Monat üblich.“
Bei diesem Medikament handelt es sich um Haloperidol Deconoate, ein Psychopharmakon mit Langzeitwirkung. Es ist das stärkste Medikament, das bei Schizophrenie angewendet wird, und üblicherweise ist es in den Nervenheilanstalten der Behandlung bei äußerst schwerer Schizophrenie vorbehalten. Der Arzt behauptete jedoch, dass dieses Medikament dem Schutz des Gehirns diene.
Frau Ye Hongfang im psychiatrischen Krankenhaus in Huizhou misshandelt
Frau Ye Hongfang, 31 Jahre alt, wohnhaft in der Stadt Heyuan, Provinz Guangdong. Frau Ye wurde von der Polizeistelle Heyuan und ihrer Arbeitseinheit, dem Elektrizitätskraftwerk Heyuan, in die psychiatrische Klinik Huizhou zwangseingewiesen, weil sie für Falun Gong an die Regierung appellierte. In der Klinik fesselte man sie mit Stricken und injizierte ihr starke Psychopharmaka. Die Ärzte der psychiatrischen Anstalt drohten damit, ihr täglich Spritzen zu verabreichen, wenn sie weiter darauf bestünde, Falun Gong zu praktizieren. Da sie weiter darauf bestand, Falun Gong zu üben, gab man ihr zusätzlich zu den Injektionen noch Tabletten, die ebenfalls nur für psychisch kranke Patienten bestimmt sind. Durch die täglichen Spritzen und die anderen Medikamente fühlte sie sich sehr schwach und müde. Nach ungefähr einem Monat konnte der Ehemann von Frau Ye gegen eine Kaution ihre Freilassung bewirken.
Während ihrer Inhaftierung in der psychiatrischen Anstalt wurden ihr insgesamt 26 Ampullen Betäubungsmittel gespritzt. Im Januar 2001 entschied die Heyuan Polizeistation, Frau Ye Hongfang wieder in das psychiatrische Krankenhaus einzuliefern, weil sie in eine benachbarte Stadt gegangen war, um dort eine Mitpraktizierende zu besuchen. Da sie es ablehnte, mitzukommen, drückte die Polizei sie auf ein Bett und injizierte ihr ein Medikament. Wenig später fühlte sie sich schwach, war wirr im Kopf, müde und es juckte sie überall. Sie zwangen sie in ein Fahrzeug und brachten sie wieder in die psychiatrische Klinik. Dort verabreichte ihr Doktor Luo weiterhin Spritzen mit Betäubungsmitteln und andere Medikamente. Als sie das verweigerte, erhielt sie Schläge mit einem Elektroschockgerät.
Zu dieser Zeit waren die Nebenwirkungen der Medikamente sehr stark. Sie bekam Krämpfe, ihre Arme und Beine wurden taub, sie sah nur noch verschwommen, war kraftlos, stumpf und ihr Menstruationszyklus war unterbrochen. Ungefähr am 10. März fühlte sie sich einem mentalen Kollaps nahe. Bis zum 20. März wurde ihr nicht erlaubt, nach Hause zurückzukehren. Danach war ihre Gesundheit völlig ruiniert und sie war extrem geschwächt. Auch nach zwei Monaten hatte sich ihr Gesundheitszustand in keiner Weise gebessert.
Falun Gong-Praktizierende in psychiatrischer Reha-Klinik Laiyang gefoltert
 | | Eingangsbereich der Nervenheil - anstalt Laiyang (Yantai). |
|
Frau Wang Xingying, Angestellte der Sanhuan Schlosserei der Provinz Shandong, ihre Privatanschrift lautet: 77-10, Kultur-Strasse 4, Zhifu Bezirk, Yantai, Provinz Shandong. Im Folgenden erzählt sie von ihren Erfahrungen: „Am 20. Februar 2000 brachte mich meine Firma vom südlichen Polizeirevier in die psychiatrische Reha-Klinik Laiyang zu einer Untersuchung. Das Ergebnis zeigte, dass sich bei mir alles im normalen Bereich befand. Da ich nach Peking gegangen war, um dort für Falun Gong einzustehen und mich weigerte, meinen Glauben an Falun Gong aufzugeben, zwang meine Firma meine Familie, mich der psychiatrischen Klinik zu übergeben, was am 2. März 2000 auch geschah.
Viele Bereiche der Klinik wurden mittlerweile dazu benutzt, mehrere Dutzend Dafa-Praktizierende aus Yantai und Laiyang festzuhalten. Ich kam auf Station 2. Am nächsten Tag wurde ich vom Personal auf ein Bett gefesselt und erhielt gegen meinen Willen intravenöse Infusionen und danach zwei weitere Injektionen täglich. Insgesamt erhielt ich 20 Flaschen Infusionen und 40 Injektionen. Jeden Tag musste ich auch zwölf Tabletten schlucken, über deren Inhalt mir der Arzt keine Auskunft gab. Zwei Krankenschwestern sahen mir genau dabei zu, um sicherzugehen, dass ich die Tabletten auch schluckte. Zu diesem Zeitpunkt waren auch sechs andere Dafa-Praktizierende auf Station 2. Von ihnen erfuhr ich, dass vor mir auch schon andere Praktizierende da gewesen waren. Ich glaube, dass nach mir auch einige andere dort festgehalten wurden.
Wegen der Drogen und Injektionen konnte ich nichts essen, mein ganzer Körper fühlte sich müde an, meine Beine fühlten sich matt an, ich konnte nicht aufrecht stehen, meine Augenlider fielen immer wieder zu, sodass ich die Augen nur halb öffnen konnte; mein Kinn hing herunter, so dass ich den Mund nicht schließen konnte, und ich litt an Verstopfung. Am schlimmsten war, dass ich nicht schlafen konnte, da meine Füße immer unkontrolliert zuckten. Das Sitzen und Stehen fiel mir schwer und meine wackeligen Beine ließen mich immer wieder das Gleichgewicht verlieren. Der einzige Weg, das Zucken unter Kontrolle zu bekommen, war, mich mit Kleidung zu bedecken, einen Buckel zu machen, mich auf das Bett zu knien und auf meinen Beinen zu sitzen.
Mir wurde weder erlaubt, die Falun Gong-Übungen auszuführen, noch durfte ich Falun Dafa-Texte rezitieren. Sobald man uns dabei erwischte, wurden wir geschlagen oder ans Bett gefesselt. Als mein Mann meinen gefolterten und abgemagerten Körper sah, bestand er auf meiner Freilassung am 30. März. Vier Tage später kam ich dann nach Hause. Meine Haut und mein ganzer Körper waren inzwischen gelb, meine Augen wurden gelb-grün und ich musste erbrechen. Die Untersuchung in der Notaufnahme eines Krankenhauses ergab, dass meine Leber durch die Zwangsgaben der Medikamente schon ernsthaft geschädigt war. Meine Ammonium-Werte waren 40 Mal höher als vor der Einlieferung in diese Klinik. Als meine Mitpraktizierenden mich sahen, waren sie schockiert. Durch das Personal der Nervenklinik wurde mein Körper erheblich geschädigt. Meine Augen starrten ausdruckslos, meine Augenlider konnte ich nicht vollständig öffnen, mein Kinn hing herunter und ich litt unter starkem Haarausfall.
Zudem mussten mein Mann und ich für alle Unkosten des erzwungenen Aufenthaltes vom 02. bis zum 30. März 2000 in dieser Nervenklinik in voller Höhe aufkommen.“