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Was ist Falun Gong?

Falun Gong ist eine Qigong Art (Qigong = Chinesische Meditations- bewegungen mit einer Anleitung für Körper und Geist) und wurde vor seiner Veröffentlichung durch Herrn Li Hongzhi 1992 nur im Privaten als Falun Xiulian Dafa an einzelne Personen weitergegeben. Es beinhaltet 5 Übungen (4 im Stehen und eine mit verknoteten Beinen im Lotus–Meditationssitz) die jeder in seiner Freizeit (üblicherweise morgens vor der Arbeit oder der Schule) in Parks praktizieren kann. Als geistige und moralische Anleitung dient das Buch „Zhuan Falun“ welches auch ins deutsche übersetzt wurde und das man in jeder Buchhandlung bestellen oder im Internet kostenlos herunterladen kann.

Falun Gong verbreitete sich in China in den Parks und von Mund zu Mund. Da es jeder frei für sich lernen kann und es keine religiösen Formen, Mitgliederlisten oder sonstige Strukturen gibt, fingen bis vor der Verfolgung in China mehrere Millionen Menschen an, Falun Gong in den Parks und in ihrer Freizeit zu praktizieren.

Worauf mehr Wert gelegt werden soll als auf das Lesen des Buches “Zhuan Falun” und das Praktizieren der Übungen, ist das moralische Verhalten im Alltagsleben. Wenn auf der Arbeit Kollegen mehr Gehalt bekommen als man selbst, soll man sich nicht darüber ärgern, sondern versuchen seine Arbeit besser zu machen. Man soll nicht aus niederen Beweggründen mit anderen in Konflikt geraten und nicht mit anderen streiten. Wenn man ohne Grund geschlagen wird, soll man nicht zurückschlagen, sondern es ertragen und sich auch nicht darüber ärgern. Wenn aber ernsthafte Verbrechen wie Mord oder Brandstiftung geschehen, soll man versuchen, diesen auf gewaltlosem Wege Einhalt zu gebieten. Man soll bei allem was man tut zuerst an Andere denken und sich nach Zhen, Shan, Ren (Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, und Nachsicht) richten.

Neben Zhuan Falun gibt es auch einige kurze Artikel, die in Chinesisch ursprünglich in Gedichtform geschrieben waren und die ebenfalls zur moralischen Anleitung dienen, eines davon ist im Folgenden als ein Beispiel eingefügt in der Hoffnung, dass es für Deutsche verständlich ist und nicht aus dem Zusammenhang gerissen wurde.

Reich, doch mit Tugend

Menschen aus alter Zeit sagen:
Geld, Ding im Äußeren.
Jeder weiß, jeder danach trachtet.
Der Starke seine Begierden zu stillen,
die Schöne für Glanz und Glamour,
der Alte seiner Vorsorge wegen,
der Wissende für Ruhm und Glitter,
der Beamte seiner Pflicht wegen,
und und und.
Daher das Trachten.
Für dieses streiten die Schlimmeren,
der Stärkere Gefahren wagt;
dafür der hoch Erregte Gewalttaten begeht;
Eifersüchtige platzen vor Zorn.
Das Volk zu bereichern, der Dao des Herrschers.
Geld anbeten, unedles Tun.
Reich, doch ohne Tugend, schadet allen Wesen,
reich, doch mit Tugend, alle erhoffen.
Daher der Reiche keinesfalls Tugend nicht fördern.
Tugend, gesammelt in Vorleben.
Herrscher, hohe Beamte, Reiche, Würdenträger,
alle entstanden aus Tugend.
Keine Tugend, kein Gewinn,
Tugend verloren, alles zerfließt und schwindet.
Daher Macht und Reichtum Trachtende
Tugend sammeln zuvor.
Leid ertragen, Wohltat üben,
viel Tugend gesammelt.
Es müssen erkannt sein die schicksalhaften Wirkungen.
Das erkannt, das Herz der Regenten und des Volkes von selbst beherrscht.
Reich unter dem Himmel, friedvoll.

Li Hongzhi
27.01.1995 


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