EINFÜHRUNG
CHINESISCHE FÄLLE
DEUTSCHE FÄLLE
KOMMENTARE
PRODUKTE AUS ARBEITSLAGERN
|
PRODUKTE AUS ARBEITSLAGERN

Anhang 3:Zeugenaussage der Falun Gong-Praktizierenden, Lin Shenli: "Im Arbeitslager wurde ich gezwungen Gummi-Sportbälle herzustellen"Mein Name ist Lin Shenli und ich bin Chinesin. Ich wurde am 16. November 1954 in Shanghai geboren. Momentan lebe ich in Toronto, Kanada. 1996 fing ich an Falun Gong zu üben. Am 21. Juli 1999, nachdem Jiang Zemin mit seiner irrsinnigen Verfolgung von Falun Gong begonnen hatte, wurde ich von Polizisten festgenommen und 2 Monate lang in einer Polizeistation festgehalten. Das alles diente nur dazu, mich einer Gehirnwäsche zu unterziehen, damit ich die Falun Gong Praxis aufgeben würde. Danach, am 24. Dezember des gleichen Jahres, ging ich nach Peking, um eine Petition für Falun Gong einzureichen. Ich wurde wieder verhaftet und zurück zur Pingliang Polizeistation in Shanghai gebracht. Ich wurde 48 Stunden lang festgehalten, musste dann noch weitere 15 Tage dort bleiben, weil ich mich geweigert hatte meinen Glauben an "Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht" aufzugeben. Am 24. Januar 2000, wurde ich zu 1,5 Jahren Arbeitslager verurteilt, da ich die Regierung zu einem friedlichen Dialog mit Falun Gong-Praktizierenden aufgefordert hatte. Ich wurde in das 3. Arbeitslager gebracht, und dort der ersten Sektion der 2. Division unterstellt. Die Adresse lautet Postal code 1/902, Shichahe, Dafeng, Jiangsu. Im Arbeitslager musste ich jeden Tag um 6.00 aufstehen, anfangen zu arbeiten und durfte vor 21 Uhr nicht aufhören. Es war körperliche Arbeit – die Herstellung von Gummisportbällen. Man musste Stahlnadeln verwenden, um Löcher in die Bälle zu stoßen und dann mit Fäden durch die Löcher nähen. Am Ende der Prozedur mussten die 2 Fäden strammgezogen und dann am Ende des ganzen Prozesses wieder entfernt werden. Über eine lange Zeitspanne hin, in der ich immer und immer wieder die gleiche Aufgabe wiederholte, zerschnitten die Fäden langsam die Haut an meinen Händen, welche anfingen zu bluten. Die Fäden waren gewachst und die anderen Häftlinge erklärten mir, dass das Wachs giftig wäre, was erklärte, warum meine Hände angeschwollen und entzündet waren. Durch die langen Stunden harter Arbeit fingen ein großer Bereich meiner Brust und meines Gesäßes an zu bluten und zu eitern. Vor allem im angeschwollenen Bereich meines Gesäßes saugte sich das Blut in meiner Unterwäsche und meiner Jogginghose fest. Jeden Tag war es, als ob meine Kleidung in Blut und Wasser getränkt war. Da das Blut auf meiner Unterwäsche trocknete und diese danach wieder aufgeweicht wurde und sich dies über den Tag immer wiederholte, klebte meine Unterwäsche schließlich an meiner Haut fest. Dies machte das Laufen und das Ablegen der Unterwäsche während des Toilettengangs extrem schwierig. Jedes Mal wenn ich sie herunterreißen musste, schälte sich eine Schicht Haut ebenfalls mit ab. In der Nacht konnte ich nicht richtig schlafen, da ich mich nicht auflegen konnte. Dazu kamen noch die langen Stunden harter Arbeit, was dazu führte, dass ich völlig erschöpft war. Falls ich in der Nacht doch einschlief, kam ich nicht wirklich zur Ruhe, da ich sofort durch die heftigen Schmerzen geweckt wurde, wenn ich aus Versehen die wunden Stellen meines Körpers berührte. Obwohl ich mich in solcher Verfassung befand, war mir keine Pause erlaubt und ich musste immer weiter arbeiten. Durch Zwangsarbeit können die Produktionskosten in China extrem niedrig gehalten werden. Es war egal, ob es Falun Gong-Praktizierende oder Kriminelle waren, keiner von uns bekam Lohn für seine Arbeit. Es wurden verschiedene Gummisportbälle, inklusive für Adidas und einige japanische Marken hergestellt. Während sie mich in die Produktionsmethoden der Bälle einwiesen, erzählten einige dieser Häftlinge auch, das manche der Bälle als Souvenir für den Export gedacht waren. Sie nutzten uns Häftlinge nicht nur aus, um an ausländisches Geld zu kommen, sondern versuchten auch immer wieder mich dazu zu bringen, meinen Glauben an "Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, und Nachsicht" zu denunzieren. Als ich mich weigerte, verlängerten sie meine Strafe um weitere 6 Monate. Daher war ich insgesamt zwei Jahre lang im Arbeitslager. Lin Shenli 4. November 2003

|