"Noch erschreckender als die hohe Zahl der Opfer ist die zunehmende Skrupellosigkeit und Brutalität der Sicherheitskräfte", sagte Delius. So würden sogar Kinder ausgefragt, um ihre Eltern und andere nahe Angehörige als Falun-Gong-Praktizierende zu überführen und zu bestrafen. So sei beispielsweise am 7. Januar 2008 ein Enkelkind einer verhafteten Falun-Gong-Praktizierenden zu einer Polizeistation im Bezirk Xiangyang (Provinz Heilonghijang) gebracht worden, um das Kind zu zwingen, Informationen über seine Oma und andere Falun-Gong-Anhänger preiszugeben, berichteten Freunde der betroffenen Familie der GfbV. Die ältere Frau sei im Gewahrsam der Polizei geschlagen worden und saß ihrem Enkel daher mit von Schlägen blau unterlaufenen Augen gegenüber. Da sie sich jedoch weigerte, Namen anderer Falun-Gong-Anhänger preiszugeben, musste ihr Enkelkind Fotos aller bei der Polizei gespeicherten Bewohner des Bezirkes anschauen und angeben, wer mit seiner Oma Kontakt hatte. Schließlich identifizierte das Kind die Falun-Gong-Praktizierende Qi Tian. Zwei Tage später drangen Polizisten gewaltsam in ihre Wohnung ein, beschlagnahmten Computer, Informationsmaterialien über die Meditationsbewegung und Geld. Frau Qui Tian war nicht zu Hause. Doch wenige Stunden später wurden ihre Eltern, ihre Schwester und ihr Neffe festgenommen. Nach umfangreichen Verhören wurden die Verhafteten später wieder freigelassen, Qi Tian wird weiterhin gesucht.
"Diese Razzien machen deutlich, wie eng das Netz geknüpft ist, mit dem gegen Falun-Gong-Anhänger vorgegangen wird", sagte Delius. "Heute werden nicht mehr zufällig Falun-Gong-Praktizierende verhaftet, sondern es wird ganz gezielt nach ihnen ermittelt."
Die Verfolgung von Falun Gong begann vor neun Jahren, nachdem am 25. April 1999 mehr als 10.000 Falun Gong-Anhänger in Peking gegen die Verweigerung ihrer Religionsfreiheit protestiert hatten.
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Siehe auch
"Gesellschaft für bedrohte Völker: Tausende friedliche Falun Gong-Anhänger zu Tode gefoltert"