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Frau Qi wartete von 7:00 bis
16:00 Uhr. Dann, kurz vor Schließung des Raumes, kamen Zhang und Zheng
Yajun, der Abteilungschef des Gefängnisses, herein und sagten zu ihr:
„Sie dürfen ihren Mann sehen, aber nur für fünf Minuten.“ Sie
antwortete: „Jedes Mal, wenn ich hierher komme, zwingen Sie mich, eine
lange Zeit zu warten. Ich warte hier seit 7:00 Uhr, doch Sie erlauben
mir, ihn nur fünf Minuten zu sehen.“
Zhang erwiderte: „Wir
mussten schon darum kämpfen, dass Sie ihn fünf Minuten lang sehen
dürfen.“ Zheng unterbrach und sagte: „Wenn Sie ihn für fünf Minuten
sehen wollen, dann können Sie dies tun. Ansonsten können Sie ihn nicht
treffen!“ Frau Qi hatte keine Wahl, als sich den unerklärbaren
Forderungen zu fügen.
Nachdem sie nur ein paar Sätze mir ihrem
Mann am Gefängnistelefon gesprochen hatte, sagte Zheng, der das
Gespräch überwachte: „Wenn ihr nochmals über diese Dinge sprecht,
unterbrechen wir die Verbindung.“ Frau Qi sagte: „Ich habe mit meinem
Mann über etwas gesprochen, das ich getan hatte und das falsch war und
fragte ihn einfach nur, wie er darüber denke, wie die Situation zu
behandeln sei. Darf ich solche Fragen auch nicht stellen?“ Nachdem sie
das gesagt hatte, unterbrach Zheng sofort die Verbindung. Insgesamt
konnte das Paar nur weniger als zwei Minuten miteinander sprechen. Frau
Qi verließ das Gefängnis unter Tränen.
Am 20. Oktober 2008, als
Herrn Lius Vater und Frau Qi auf dem Weg waren, ihn zu besuchen,
zwangen die Wachen die beiden, von ungefähr 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr zu
warten. Erst als sie gerade dabei waren, den Besucherraum zu schließen,
kam Zhang und sagte, dass nur der Vater Herrn Liu sehen dürfe. Frau Qi
fragte: „Warum darf ich meinen Mann nicht sehen?“
Zhang erwiderte
ärgerlich: „Wenn Sie sich weiterhin so beschweren, dann brauchen Sie
nicht einmal mehr daran zu denken, mich das nächste Mal, wenn Sie
kommen, zu fragen, ob Sie ihn sehen können!“ Frau Qi antwortete: „Wenn
Sie nicht die richtige Ansprechperson sind, mit wem soll ich dann
sprechen? Sie sind doch die zuständige Person, nicht wahr?“ Herrn Lius
Vater erkannte, dass die Situation rasch außer Kontrolle geriet. Um
seinen Sohn an diesem Tag zu sehen, überzeugte er Frau Qi, den
Forderungen von Zhang nachzugeben.
In den vergangenen zwei Jahren
erlaubten die Wachen der Familie von Herrn Liu nur einmal, ihn
ordentlich zu besuchen. Das war im Dezember 2006, als er sich am Rande
des Todes befand. Alle früheren Forderungen, ihn zu treffen, trafen
entweder auf Ausreden oder es war den Familienangehörigen erst erlaubt,
Herrn Liu zu treffen, wenn all die anderen Verwandten der anderen
Gefangenen bereits gegangen waren. Das bedeutete, dass sie ihn nur für
ein paar Minuten sehen konnten, bevor der Raum geschlossen wurde.
Es
ist ein grundlegendes Recht von Gefangenen, ihre Familienangehörigen zu
sehen. Für Falun Gong-Praktizierende hat die Kommunistische Partei
Chinas (KPCh) dieses Recht aufgehoben. Und auch wenn Herr Liu die
Erlaubnis erhielt, seine Familie zu treffen, wurde er dabei stets von
drei bis vier Insassen begleitet.
Vor der Verhaftung war Herr Liu
Abteilungsmanager und ein Generalingenieur einer ausländischen Firma in
Peking. Als die Beamten der Pekinger Sicherheitsbehörde herausfanden,
dass Herr Liu Falun Gong praktizierte, überfielen sie im Mai 2000
seinen Arbeitsplatz, als er sich gerade auf Geschäftsreise in Shanghai
befand. Als Herr Liu zurückkam, wurde er von den Beamten der Pekinger
staatlichen Sicherheit gemeinsam mit den Polizeibeamten in Shanghai
verhaftet und einen Monat lang in die 7. Abteilung gesperrt. Deshalb
war seine Familie gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen.
2001 wurde
Herr Liu erneut verhaftet und in ein Internierungslager in Shanghai
gesperrt. Später überstellte man ihn für 88 Tage in ein
Internierungslager in der Stadt Baoding, Provinz Hebei. Im Dezember
2001 wurde er in das Zwangsarbeitslager in der Stadt Baoding gebracht.
Am
13. Oktober 2002 zerrten die Wachen Herrn Liu in einen Raum, der
speziell für die Folterungen von Falun Gong-Praktizierenden
eingerichtet worden war. Die Wachen übten nicht nur Druck auf ihn aus,
Falun Gong aufzugeben, sondern sie banden ihn auch fest, schlugen ihn
mit Elektrostäben und Gummistäben und peitschten ihn mit einem
Ledergürtel ins Gesicht, wodurch einer seiner Zähne ausfiel.
Sein
Kopf und die Innenseite der Schenkel wurden wiederholt mit
Elektrostäben geschockt, wodurch die Luft nach verbranntem Fleisch
roch. Nachdem sein linker Fuß solange gefoltert worden war, bis er
dauerhaft geschädigt war, überstellte man ihn in das Zwangsarbeitslager
der Stadt Tangshan, wo die Folterung weiterging. Anfang Mai 2004
stellte man fest, dass ein neurologischer Schaden bei beiden Beinen
vorlag. Im Juni 2004 ließ man Herrn Liu zur medizinischen Behandlung
frei.
Im August 2005 nahmen die Agenten der Pekinger Abteilung
für staatliche Sicherheit Herrn Liu erneut fest. Nach seiner Verhaftung
brachte man ihn in das Internierungslager der Sicherheitsbehörde in
Peking und später dann in das Internierungslager der Stadt Baoding.
Von
7. bis 13. November 2005 erzwangen die Beamten der Einheit für
besondere Fälle ein „Geständnis“ von Herrn Liu, nachdem sie seine
beiden Füße an einem Sessel festgebunden und ihn wiederholt mit
Elektrostäben geschockt hatten. Zusätzlich verwehrte man ihm sieben
Tage und Nächte lang, seine Augen zu schließen. Am 11. Mai 2006
verurteilten sie ihn zu acht Jahren Gefängnis. Am 16. Juni 2008 wurde
Herr Liu in das Jidong Gefängnis in der Stadt Tangshan gebracht.
Am
4. August 2008 wurde Frau Qi verhaftet und gezwungen, während der
Inhaftierung eine „Lernsitzung“ der KPCh zu besuchen. Jeder, der Frau
Qi kennt, erachtet sie als gutherzig und hart arbeitende Frau. Auch mit
ihrem beschränkten Einkommen hilft sie mehreren armen Studenten, die
sie kennt, aus.
Erste Abteilung des Jidong Gefängnisses:
Li Kaijiang, Kommandant: 86-315-8501922 (Privat), 86-13931531426 (Mobil), 86-315-8313001 (Büro)
Li
Tielin, stellvertretender Kommandant (verantwortlich für die Verfolgung
von Falun Gong-Praktizierenden): 86-315-8501728 (Privat),
86-13171500822 (Mobil)
Zhang Fuliang, Umerziehungschef
(verantwortlich für die Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden):
86-315-8313950 (Privat), 86-315-8313089 (Büro), 86-13513398796 (Mobil)
Ma
Changzheng, Chef der politischen Abteilung des Gefängnisses
(verantwortlich für die Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden):
86-315-8313086 (Büro), 86-13653155808 (Mobil)
Li Zhanhu,
Hauptmann der Konstruktionsabteilung (wo Herr Liu Yongwang ohne
rechtliche Grundlage gefangen gehalten wurde): 86-315-8501555 (Privat),
86-13903378997 (Mobil)
Zheng Yajun, leitender Hauptmann: 86-315-8317139 (Privat), 86-13081132787 (Mobil)