Falun Dafa Informationszentrum
Nachrichten und Hintergründe über Falun Gong
KP-Chinas Diktat in Hamburg?
Bei dem diesjährigen Festival der Kulturen am Samstag, dem 15. September in Hamburg, wurde wie in den Jahren zuvor neben traditionellen chinesischen Beiträgen, zusätzlich mit Flugblättern und Spruchbändern auch auf die Verfolgung von Falun Gong in China aufmerksam gemacht. Obwohl die Polizei im Vorfeld darüber Bescheid wusste und dies auch von dem Veranstalter genehmigt wurde, wurde plötzlich und unerwartet, kurz bevor sich der Festzug von Falun Gong dem chinesischen Markt am Jungfernstieg näherte, das Verbot Flugblätter zu verteilen ausgesprochen (dieses Verbot galt nur für Falun Gong, nicht für die anderen Teilnehmer) und zwei Spruchbänder wurden wegen angeblicher "politischer Inhalte" beschlagnahmt. Die Spruchbänder hatten die Aufschrift "Chinas reiche Kultur überschattet von Folter und Tod" und "Falun Gong in China grausam verfolgt".
Vorfälle dieser Art haben sich immer wieder ereignet und wurden in der Vergangenheit durch den Druck der Kommunistischen Partei Chinas verursacht. So versuchte beispielsweise die chinesische Botschaft in Berlin eine Erwähnung von Falun Gong beim Dresdner Stadtjubiläum im Jahr 2006 zu verhindern.
"Mit unserer Teilnahme am Festival der Kulturen wollen wir die schöne traditionelle chinesische Kultur zeigen und auch über die Verfolgung von Falun Gong in China aufklären" sagt Waltraud Ng, Sprecherin des Falun Dafa Vereins. "Falun Gong ist ein Teil der ehrwürdigen chinesischen Kultur und wird seit 1999 mit allen Mitteln der Kommunistischen Partei Chinas skrupellos verfolgt. Der Sinn eines Kulturfestivals ist die Kultur zu fördern. Zur Beendigung von Folter und Tod, dem ein Kulturträger wie Falun Gong ausgesetzt ist, beizutragen, bedeutet einen Teil der chinesischen Kultur vor ihrem Auslöschen zu bewahren."
 |  | | Falun Gong auf der Parade | |
 | | | Falun Gong auf der Parade | Eines der Banner bevor es beschlagnahmt wurde. Es wurde erst von der Polizei beschlagnahmt als sich die Parade Chinesischen Zuschauern näherte und Beamte des chinesischen Konsulates sich über die Banner beschwerten | |
Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.
Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.686 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.