Falun Dafa Informationszentrum
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China im Jahr 2009: Fast 100 Falun Gong-Praktizierende getötet


Berlin/New York (FDI) - Laut einem Anfang Februar veröffentlichten Bericht des Falun Dafa-Informationszentrums sterben bis heute viele chinesische Falun Gong-Praktizierende in Haft. Sie verlieren ihr Leben aufgrund brutaler Misshandlungen auf Polizeirevieren, in Arbeitslagern und Gefängnissen in ganz China.

Der 46-seitige Bericht mit dem Titel „Killed for Their Belief: Falun Gong Deaths from Abuse in 2009“ (Getötet wegen ihres Glaubens: Falun Gong-Todesfälle infolge von Misshandlungen im Jahr 2009), der sich auf chinesische und internationale Quellen stützt, dokumentiert den Tod von 96 Falun Gong-Praktizierenden im Jahr 2009 (Liste). Aufgrund häufiger Verzögerungen bei der Berichterstattung aus China wird sich vermutlich diese Zahl in den kommenden Wochen noch erhöhen.

 „Die wichtigste Feststellung dieses Berichts - dass 96 unschuldige Menschen, die vor einem Jahr noch am Leben waren, jetzt tot sind, weil sie sich für einen spirituellen Glauben entschieden hatten - verdeutlicht die tödliche Gefahr für jeden Falun Gong-Praktizierenden in China“, sagt Levi Browde, Leiter des Falun Dafa-Informationszentrums in New York. „Wir müssen dabei auch bedenken, dass dies nur die Fälle sind, in denen Angehörige oder Freunde mutig genug waren, uns davon zu erzählen und die wir nachprüfen konnten ... die tatsächliche Anzahl der Todesfälle liegt wahrscheinlich um ein Vielfaches höher.“

Browde sagt weiter: „Außerdem machen die Einzelheiten in diesen Fällen deutlich, dass diese Todesfälle nicht das Ergebnis von willkürlicher Misshandlung durch unberechenbare örtliche Beamte waren. Vielmehr sind sie das direkte Resultat von Anordnungen der KP-Führer, damit jedes mögliche Mittel angewendet wird, um ein Glaubenssystem, das von Millionen praktiziert wird, auszulöschen. Die Verantwortlichen - auf jeder Ebene des Parteiapparats - müssen vor Gericht gestellt werden.“

Die in dem Bericht erwähnten Opfer kommen aus allen Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und geographischen Regionen. Die allermeisten von ihnen starben aufgrund körperlicher und psychischer Folterungen oder weil ihnen ärztliche Behandlung in Haft verweigert wurde. Viele wurden bereits innerhalb von Tagen oder sogar von Stunden nach ihrer Festnahme getötet. In einem besonders schlimmen Fall im April 2009 entführte die Polizei eine 39-jährige Frau aus ihrer Wohnung in Peking. Sie starb noch am Abend ihrer Inhaftierung; Berichten zufolge wurde sie mit Elektrostöcken brutal gefoltert (der Fall von Frau Sun Min).

In anderen Fällen wurden Praktizierende, die bereits im Sterben lagen, nach Hause entlassen, um kurze Zeit später dort zu sterben. Entlassungen in letzter Minute und schnelle Einäscherungen sind gängige Praxis der chinesischen Behörden, um zu vermeiden, dass die Gefangenen in der Haft sterben und sie dafür die Verantwortung übernehmen müssen.

Unter den 96 Opfern befinden sich Bauern und Unternehmer, pensionierte Fabrikarbeiter und Büroangestellte sowie Hausfrauen und Ärzte. Viele von ihnen waren zuvor unrechtmäßig in Arbeits- oder Gefangenenlagern inhaftiert, weil sie Falun Gong praktizierten. Wie bereits in früheren Jahren gab es in Nordostchina die meisten Todesfälle.

Browde betont: „Die Brutalität dieser Morde, die fehlende Strafverfolgung dieser Fälle und ihr landesweites Vorkommen lassen ernsthafte Sorgen über die weiteren gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Verbrechen aufkommen. Es gibt kaum eine Garantie, dass diejenigen, die heute Falun Gong-Praktizierende misshandeln, anderen Bürgern morgen nicht das Gleiche antun.“

Die in dem Bericht erwähnten Fälle und Einzelheiten wurden aus einer Vielzahl von Quellen zusammengetragen, zu denen auch die Zeugenaussagen von Verwandten oder Freunden der Verstorbenen, Fotos und Telefonanrufe bei den zuständigen Polizei- oder Gefängnisbehörden zählen. Fotos sind vor allem dann verfügbar, wenn Praktizierende kurz vor ihrem Tod aus der Haft entlassen wurden, wobei sie in vielen Fällen abgemagert waren und Spuren von Folterungen aufwiesen (der Fall von Herrn Zhu Hongbing).

Manche Fälle stützen sich auf Berichterstattungen im Verlauf des Jahres durch internationale Medien, durch die Vereinten Nationen und durch Menschenrechtsgruppen. Im Juni 2009 berichtete die Financial Times über Herrn Fu Ziming, der innerhalb von wenigen Tagen in Haft getötet wurde. Er hatte während eines Ausflugs mit Kreide auf einen Fels geschrieben „Falun Dafa ist gut“ (Fall). Der Tod des 66-jährigen Herrn Jiang Xiqing in einem Arbeitslager in Chongqing erregte große Aufmerksamkeit bei Menschenrechtsgruppen, nachdem die Rechtsanwälte, die seinen Tod untersucht hatten, selbst von der Polizei inhaftiert und geschlagen wurden (Fall).

„Getötet wegen ihres Glaubens“ enthält auch 16 jüngere Falun Gong-Todesfälle aufgrund von Misshandlungen in Haft, wie der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen  über außergerichtliche Exekutionen in seinem im Mai 2009 veröffentlichten Jahresbericht feststellt.

Insgesamt hat das Falun Dafa-Informationszentrum seit 1999 den Tod von 3.352 Falun Gong-Praktizierenden infolge verschiedener Formen von Verfolgung aufgezeichnet. Angesichts enormer Anstrengungen durch die Kommunistische Partei Chinas, eine Untersuchung der Todesfälle von Falun Gong-Praktizierenden zu verhindern, wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Todesrate für 2009 und auch insgesamt deutlich höher liegt als die Dokumentation des  Informationszentrums darlegt.

Wichtige zusätzliche Feststellungen

Eine Untersuchung der Einzelheiten zu den Fällen aus dem Jahr 2009 weist folgende Muster auf:



Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Waltraud Ng Tel.: 06201-15672, Mobil: 0173-3135532
Internet: www.faluninfo.de; E-Mail: pm@falun-info.de

Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die ursprünglich aus China stammt und in mehr als 100 Staaten der Welt praktiziert wird. Neben den körperlichen Übungen wird besonderer Wert auf ein Leben nach den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht gelegt, die seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Kultur verwurzelt sind.

Seit 20. Juli 1999 unterliegt Falun Dafa in China einer irrationalen Verfolgung, die durch den ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin initiiert wurde. Hunderttausende wurden seit dem Juli 1999 festgenommen, über 100.000 Praktizierende, möglicherweise aber wesentlich mehr, zu häufig jahrelangem Arbeitslager verurteilt, in der Regel ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Die Verfolgung in China umfasst alle Lebensbereiche: sie führt zum Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, schließt Schüler und Studenten von der Ausbildung aus, zwingt Frauen zur Abtreibung und Ehepaare zur Scheidung. Dem Falun Dafa Informationszentrum liegen bis heute Informationen von über 3.449 Todesfällen vor, zu denen es durch Folter in Polizeistationen und Arbeitslagern kam. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.